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Der Sturm
Adventure/Drama/Thriller
Gloucester,
Massachusetts, 1991. Die Schwertfischfänger kehren nach
langer Fahrt in den heimatlichen Hafen zurück. Für
Kapitän Billy Tyne (Clooney) liefen die Saison und besonders
die letzte Fahrt nicht sonderlich gut. Trotz der vorangeschrittenen
Jahreszeit und der Aussicht, dass der Nordatlantik nicht besonders
einladend sein wird, entschließt sich die Mannschaft
der "Andrea Gail", noch einmal rauszufahren und
einen dicken Fang heimzuholen. Was sich da aber über
dem Ozean zusammenbraut, ist tatsächlich der "perfekte
Sturm". Von Süden zieht ein Hurrikan auf, von Norden
kommt eine Sturmfront, und von Osten gesellt sich ebenfalls
eine Schlechtwetterfront dazu. Alle drei zusammen vereinen
sich vor der Küste der USA zu einem Sturm ungeahnten
Ausmaßes, der 1991 auch durch sämtliche Nachrichten
ging. Mit dem Frachtraum voller Fisch und, aufgrund einer
kaputten Eismaschine gezwungen, Kurs nach Gloucester zu setzen,
befindet sich die "Andrea Gail" nun mittendrin in
dieser Katastrophe "biblischen Ausmaßes".
Wolfgang
Petersen ist es gelungen, einen Katastrophenfilm ganz anderer
Machart zu schaffen.
Im Gegensatz zu z.B. "Twister" erzählt dieser
Film die Geschichte auf eine sehr menschliche Art und Weise.
Petersen legt sehr viel Wert darauf, die Charaktere und deren
Handlungsmotivationen dem Publikum offenzulegen und zu erklären.
Dem Zuschauer soll klargemacht werden, dass die Schwertfischer
jeden Tag ein hartes Stück Arbeit leisten müssen
und, um erfolgreich zu fischen sich oft in Gefahr bringen.
Dadurch kommt der Film zwar sehr schleppend in Gang, was den
ein oder anderen stören mag, aber gerade dies schafft
eine enge Beziehung und ein Mitfiebern, Mithoffen und Mitleiden
mit der Mannschaft, die sich weit draußen auf dem Atlantik
befindet. Ebenso wie die Vorlage, Sebastian Junger´s
Doku-Roman, kann auch der Film selber nur Vermutungen über
die Geschichte und das Ende der "Andrea Gail" und
deren Mannschaft anstellen. Aber was Petersen zusammen mit
den Erfahrungen der echten Schwertfischer aus Gloucester hier
erzählt, wirkt sehr realistisch und überzeugend.
Zusammen mit George Lucas' Special-Effect Schmiede ILM wird
hier ein überzeugender Eindruck von wütenden Naturgewalten
entfacht, der dem gemütlich vor dem heimischen Fernseher
sitzenden Zuschauer in den Bann ziehen wird. Der zweite Handlungsstrang
des Filmes offenbart dem Zuschauer in absolut realistischer
Manier die selbstlose und gefährliche Arbeit der amerikanischen
Küstenwache und der Air Guard, die zu jener Zeit 1991
pausenlos im Einsatz waren, um in dem stürmischen Inferno
Leben zu retten und dabei selbst Opfer des Sturmes wurden.
Vom technischen
Standpunkt gesehen kann die DVD überzeugen. Der Film
kommt in anamorphen 16:9 im Ratio 2.35:1 auf den heimischen
Bildschirm. Das Bild ist klar, ohne Rauschen und altersbedingte
Fehler. Der Kontrast ist gut, die Farbgebung des stürmischen
Ozeans ist ebenfalls gut gelungen. Kompressionsfehler treten
nicht auf. Richtig perfekt wird der Sturm akustisch in Szene
gesetzt. Das wütende, bassige Grollen der Wassermassen,
das Donnern der Brecher am Schiff und das laute Pfeifen der
Windböen, aber auch das klare Prasseln des Regens an
den Scheiben und die Gischt vermitteln einen echten Eindruck
von einem stürmischen Inferno. Aber auch der Soundtrack,
die Dialoge und die "Nicht-Sturm-Sound-Effekte"
kommen glasklar und ohne Rauschen oder hörbare Fehler
aus den Lautsprechern. Da haben die Toningenieure erstklassige
Arbeit geleistet, es wird ein sehr plastischer, voluminöser
und lebhaft weiter Raumklang geboten! Die Sturmszenen animieren
zum Aufdrehen der Lautstärke. Eine großartige Sequenz,
sowohl optisch, als auch akustisch, ist die, in der die "Andrea
Gail" von der riesigen Welle erfasst wird. Die DVD kann
in deutscher oder in englischer Sprache abgespielt werden.
Die englische Version unterstützt Dolby Digital 5.1.
Untertitel sind in Englisch, Deutsch, Schwedisch, Norwegisch,
Dänisch, Finnisch, Isländisch, sowie in Deutsch
und Englisch für Hörgeschädigte möglich.
Alles
in allem ist Petersen ein guter Film gelungen. "Der Sturm"
hat zwar, nüchtern betrachtet, eine äußerst
lahme Story, aber es ist gelungen, diese menschlich, dramaturgisch
und technisch mitreißend in Szene zu setzen. Wer allerdings
den Film bereits im Kino gesehen hat, wird vielleicht enttäuscht
werden. Zwar ist die DVD genau das richtige Medium, was den
heimischen Filmgenuss angeht, richtig furios und entfesselnd
war "Der Sturm" allerdings nur auf der 25*10 Meter
großen Kinoleinwand. Am kleineren Fernseher büßen
die Effekte viel an Wirkung und Bedrohlichkeit ein. Dennoch
ist die DVD eine Empfehlung wert. Allein das Intro und das
gelungene Auswahlmenü machen Lust auf den folgenden Film.
Positiv zu erwähnen ist, dass die Scheibe randvoll mit
Extras gepackt wurde. Neben Trailern, einem "Making Of"
und Dokumentationen finden sich auch Fotogalerien und Storyboards.
DVD-Laufwerk Besitzer haben noch Internet-Links und Online-Vorführungen
zur Verfügung. Was die Extras angeht, also eine klare
1+ . Fazit: "Der Sturm" ist ein guter Film, der
sich klar über andere Katastrophenfilme wie "Twister"
oder "Volcano" heraushebt. Die eher nüchterne
Story reißt dank der Dramaturgie-Künste eines Wolfgang
Petersen und der guten Schauspielkünste besonders eines
George Clooney und eines John C. Reilly doch jeden in den
Bann. Anschauen!
Oliver
Reinholz
02.02.2001
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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