| So
Close
Nichts ist so, wie es scheint
Science Fiction/Action
[Einführung]
„So Close“ (Originaltitel: Chik yeung tin sai)
entstand 2002 als chinesische Hongkong-Filmproduktion. Im
Zuge des aufkeimenden Asia-Kinos werden viele Filme mit Bravour
vom Kinopublikum angenommen. Zahlreiche Insider-Tipps entstammen
genau aus diesem Bereich. Regisseur Corey Yuen fertigte seinen
Actionstreifen nach einem Drehbuch von Jeff Lau an. Wenn man
bereits Filme wie „Time And Tide“ gesehen hat,
dann sollte man sich auf diese DVD genauer ansehen. In den
Hauptrollen des Titels sind Qi Shu, Vicki Zhao, Karen Mok,
Seung-heon Song und Yasuaki Kurata zu sehen. Diese deutschsprachige
Code 2-DVD erscheint von Columbia TriStar Home Entertainment.
[Inhalt]
Ein finsterer Geschäftsmann heuert zwei High Tech-Killer-Schwestern
an, um seinen älteren Bruder umbringen zu lassen. Sein
Ziel: die Übernahme des familieneigenen Firmen-Imperiums.
Als eine engagierte Polizistin beginnt, die Puzzleteile des
Verbrechens zusammenzusetzen, wird dem Unternehmer bewusst,
dass er schnellstmöglich alle Spuren beseitigen muss
- inklusive der beiden Schwestern und der Polizistin. Jetzt
sollten sich die drei Frauen verbünden, denn nun geht
es ums nackte Überleben...
(Quelle: Columbia TriStar Home Entertainment)
[Kommentar]
Erinnern die ersten 12 Minuten noch an den Anime „Ghost
In The Shell“ – vor allem mit dem waghalsigen
Abgang der Hauptfigur nach vollendetem Attentat – so
flachen das Niveau und der Anspruch folgend sehr rasch ab.
Man weiß gar nicht, welche ganzen Richtungen der Film
und sein teils skurriler Verlauf noch einschlagen will. Da
haben wir anfänglich einen High-Tech-Actionfilm, dann
plötzlich einen Liebesfilm und anschließend einen
Film über das asiatische Pendant zu „Drei
Engel für Charlie“ mit Schwerpunkt der Wirtschaftskriminalität.
Regisseur Corey Yuen schuf einen in vielerlei Hinsicht typischen
asiatischen Action-Streifen, der sich nicht danach trachtet,
groß ernst genommen zu werden oder mit Tiefsinn zu glänzen,
sondern ganz einfach leicht und unkompliziert unterhalten
will. So der Plan.
Simpel gestaltet sich die Geschichte des Drehbuchs
von Autor Jeff Lau, teilweise aber auch arg verworren und
mit leichtem Hang zum Albernen. Die darstellerischen Leistungen
dürfen nicht großartig bewertet werden, sie sind
gegen den Themenwandel resistent und befinden sich konstant
auf einem gerade ausreichenden Niveau. Was den Filmemachern
denn wirklich gelang: die technische Darstellung hinsichtlich
der Special-Effects, der stylische Look des Films und die
musikalische Untermalung. Es sei dabei der nicht immer dichte
Zusammenhalt dieser Komponenten erwähnt. Sind in der
Story zahlreiche Analogien zu bereits veröffentlichten
Werken vorzufinden, so wurden ebenfalls eigene Elemente eingebaut.
Mit Sicherheit kein großartiger Film bei ausgiebiger
Betrachtung des angebotenen Hollywood-Programms. Momente der
Intensität wechseln hier mit Klischees im Minutentakt
– wer dem Film eine Chance gibt, der erhält angenehme
Alternativkost!
[Technik]
Als ersten kann der anzulastende Rauschfaktor des anamorphen
1.85:1-Transfers beobachtet werden. Schade, dass so etwas
noch bei einer aktuellen DVD Produktion eines jungen Titels
vorkommen kann. Zwar steht der Film mit diesem Makel ganz
bestimmt nicht alleine da, doch wird ihm dieser Mangel angelastet.
Davon ab kommt der Bildtransfer mit raschen Bewegungen genau
so gut klar, wie auch mit der Farbwiedergabe, dem Kontrastverhältnis
und dem, was allgemein als Ausleuchtung des Sets betitelt
wird. Abschließend muss noch der zu hohe Grad an Verschmutzungen
im Geschehen schriftlich fixiert werden – das ist etwas
schade und trübt den Spaß ein wenig.
Der Sound des Streifens erklingt wahlweise
in den Sprachfassungen Kantonesisch, Englisch und Deutsch
in dem Format Dolby Digital 5.1. Optional gibt es englischsprachige,
deutsche oder aber türkische Untertitel einzublenden.
Wer Fan von Surround-Effekten ist, der kommt hier zweifelsohne
auf seine Kosten. Nicht selten werden gleich über mehrere
Kanäle räumlich hochwertige und dynamische Effekte
abgesetzt, die in unterschiedlichem Tempo auf das Ohr des
Betrachters schallen, sehr zur dessen Freude. Der Bass stimmt,
die Effekte klingen vollmundig aus dem Center, der Front und
den Surround-Lautsprechern, ohne dabei künstlich oder
gar mit einem Rauschen daher zu kommen. „So Close“
klingt besser als er aussieht.
[Fazit]
Columbia TriStar Home Entertainment veröffentlicht die
asiatische Film-Produktion „So Close“ auf einer
einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Der Film erhielt
eine Altersfreigabe ab 16 Jahren und läuft knapp 106
Minuten. Wo die Technik noch in Ordnung geht und der Inhalt
Geschmackssache bleibt, dort versagt leider die Ausstattung
auf ganzer Linie. Wie schade, dass lediglich ein Trailer als
Extra zum Hauptfilm auf dem Datenträger abgelegt wurde.
Veröffentlicht wurde der Titel vergangenen Dienstag,
den 27. Januar 2004. Der Preis liegt bei rund 20,- Euro. Wer
Asia-Kino mit drolligen High-Tech Ideen mag und wem es nicht
zurückschreckt, dass die Story mitunter recht dünn
daher kommt, der wird mit guter Unterhaltung beglückt.
André Schnack
30.01.2004
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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