| Sand
und Tränen
Dokumentation
[Einleitung]
Sunfilm Entertainment bringt uns die von George Clooney produzierte
Dokumentation „Sand und Tränen“ (Originaltitel:
Sand and Sorrow) von 2007 als deutschsprachige Code2-DVD in
den heimischen Handel. Wer sich für Special-Interest
und Dokumentationen interessiert, dem sei weiterlesen angeraten.
Denn die HBO-Dokumentation über „die menschliche
Tragödie in der Krisenregion Darfur“ weiß
mit ungeschönter und trauriger Ehrlichkeit von einem
Zustand zu berichten, den sich niemand als Betroffener herbeiwünscht.
Als Verantwortlicher am Set nahm Paul Freedman im Regisseur-Stuhl
Platz, er fertigte auch das Skript zum Film.
[Inhalt]
Die menschliche Tragödie in Darfur. Erschütternd
und zutiefst ergreifend: 2004 wurde die ‚Darfur-Krise’
von den Vereinten Nationen zur „schlimmsten humanitären
Katastrophe der Welt“ erklärt. Heute ist die Region
im Westen des Sudans beinahe schon in Vergessenheit geraten.
Dabei sind Hunger, Folter, Vergewaltigung und Mord nach wie
vor an der Tagesordnung. 2,5 Millionen Zivilisten wurden bereits
aus ihrer Heimat vertrieben, hunderte Dörfer systematisch
ausgelöscht. Hilflos müssen Väter mit ansehen,
wie ihre Frauen und Kinder von brutalen Söldnern misshandelt
und getötet werden. US-Star George Clooney zeigt in dieser
aufrüttelnden Dokumentation, wie dringend die Menschen
in Darfur unsere Hilfe benötigen: Wer jetzt nicht handelt,
verschließt die Augen vor einem der größten
Völkermorde unserer Zeit!
(Quelle: Tiberius Film/Sunfilm)
[Kommentar]
Special Interest-Produkte und Dokumentationssendungen genießen
bei mir einen hohen Stellenwert. Vereinen sie für mich
zumeist einen gewissen Unterhaltungswert mit einer –
hoffentlich – ordentlich ausgeprägten Informationssubstanz.
Ist dann auch noch der Weg der Vermittlung gelungen, so steht
einer hohen Bewertung nichts mehr im Wege. „Sand und
Tränen“ geht grundsätzlich ebenfalls diesen
Weg, kann im Bereich der Unterhaltung jedoch einen nur überschaubaren
Beitrag leisten. Ist inhaltlich doch ein Level erreicht, der
keine „gute“ Sonntagnachmittags-Unterhaltung aufgrund
seines Themas bieten kann. Somit ist dieser Titel eher als
aufrüttelnde Mahnung, als Information an jene zu betrachten,
denen der Konflikt heute nicht so geläufig ist.
Und was alles hat
nun George Clooney damit am Hut? Der erfolgreiche US-Darsteller
hat sich nicht nur als Produzent dieser Dokumentation des
Grauens eingesetzt, sondern es ist auch seine Stimme, die
durch die Chronologie eines noch immer tobenden Bürgerkriegs
im sudanesischen Darfur führt. Dabei reicht das Wirken
der Sendung weit über die Grenzen des Sudans hinaus.
Zahlreiche engagierte Aktivisten kommen zu Wort und „Sand
und Tränen“ berichtet ebenfalls über die verschiedenen
politischen Konstellationen, die dazumal wie auch heute noch
in der Situation involviert sind und ihre politischen sowie
wirtschaftlichen Ziele verfolgen.
[Technik]
Wenn es um authentisches Material, also Interview-Ausschnitten
oder vor Ort-Aufnahmen geht, so spielt die qualitative Leistung
stets in einer anderen Liga als es bei Hollywood-Spielfilmen
der Fall ist. „Sand und Tränen“ bietet sich
im guten alten 4:3-Vollbild-Format (1.33:1) an und kann für
seine Verhältnisse auch mit guten Werten aufwarten. Jene
variieren je nach Ursprung und Güte des Ausgangsmaterials,
das von aktuellen Mitschnitten, bis hin zu Handkamera-Bildern
aus den Krisengebieten reicht. Entsprechend unterschiedlich
sind die oftmals sehr farbenfrohen und gut gesättigten
Aufnahmen. Mitunter rauscht es hier und dort ein wenig, Verunreinigungen
fallen auch ab und an ins Auge. Die Kompression hingegen ist
weitgehend sauber.
„Sand und
Tränen“ ist kein akustisch sonderlich starker Titel.
So sind die mehrkanaligen Dolby Digital 5.1-Soundtracks in
den Sprachfassungen Englisch und Deutsch schon beinahe verwunderlich.
Zusätzlich finden wir noch eine DTS-Tonspur in der deutschen
Synchronfassung vor. Worauf es hier wirklich ankommt, das
ist die Sprachausgabe. Denn es sind die Dialoge, die hier
die Story aus Darfur erzählen und über die Tragödie
eines afrikanischen Bürgerkriegs berichten. Hin und wieder
erklingt etwas musikalische Begleitung, die hingegen macht
die Stimmung auch nicht sonderlich fröhlicher und hoffnungsvoller.
Rauschen oder Knacken tritt nicht auf den Plan, wie schön.
Untertitel: leider keine.
[Fazit]
Schön sind solche Werke ja nicht unbedingt. Zumindest
was ihren traurigen Inhalt angeht. Doch vielleicht ist das
alles auch im Sinne des geistigen Schöpfers, denn „Sand
und Tränen“ schafft es zumindest für gute
anderthalb Stunden (Verpackungsangabe: 94 Minuten) Aufmerksamkeit
auf ein Thema zu ziehen, vor dem man nicht die Augen verschließen
sollte. Das uns vorliegende Testmuster war eine einseitige
Single-Layer-Disc (DVD Typ 5). „Sand und Tränen“
erscheint von Sunfilm Entertainment und ist ab dem 20. Februar
im Handel erhältlich, der Preis befindet sich bei um
18,- Euro. Abschließend: Anspruchsvolle Tatsachen-Berichterstattung
(freigegeben ab 12 Jahre), die einem auf ihre Art und Weise
zeigt, wie gut es uns und wie mies es anderen geht. Anschauen.
Andre Schnack
09.02.2009
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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