Melbourne, Australien. Jackie (Chan) ist Koch und Moderator
einer Sendung im Fernsehen. Hier bereitet er leckere Menüs
mit akrobatischen Küchengriffen zu. Er scheint mit seinem
Leben zufrieden und das Publikum liebt ihn. Eines Tages kommt
er aus dem Studio und eine Reporterin rempelt ihn an. Sie
wird von einem Mob Männer in Anzügen verfolgt. Es stellt sich
heraus, daß die hübsche Rothaarige ein geheimes Treffen zweier
großer, krimineller Banden der Stadt auf Video ausgenommen
hat. Beide bösen Parteien wollen nun natürlich an die begehrte
Videokassette. Jackie gerät zwischen die Fronten und es hat
für alle den Anschein, als daß er der Reporterin hilft
nicht gut für Jackie. Das Videoband gerät dabei in eine Sammlung
von Aufzeichnungen der Kochshow. Gerade in diesen Tagen kommt
seine Freundin am Flughafen an, sie und Jackie wollen bald
heiraten. Schade das die bösen Mannen dazwischenfunken! Denn
diese greifen sich rasch Jackies Zukünftige und verschleppen
sie. Er kann sie natürlich lebend zurückbekommen, im Tausch
für das Video! Tja, nur leider verlor er dieses aus den Augen...
Ein hektischer Wettlauf um das pikante Bildmaterial beginnt.
In "Mr. Nice Guy" führte nicht Jackie selbst Regie
das ist offensichtlich. Was nicht heißen soll, daß
die Arbeit von Hung Kam-Bo minderwertiger ist. Sie unterscheidet
sich nur ein wenig. So finden wir in diesem Film beispielsweise
sehr viele Slow-Motions, Chan verzichtet meist auf solche
Mittel. Regisseur Sammo Hung Kam-Bo baute einige unterhaltsame
Elemente in die Handlung ein und versteht es Actionfans knappe
87 Minuten vor den Fernseher zu fesseln. Denn der ganze Film
kann als eine sehr, sehr lange Actionszene betrachtet werden,
da gibt es keine Minute zum Verschnaufen. Rasante Schnitte
und gekonnte Kamerafahrten begeistern den Zuschauer. Den Schwerpunkt
legte man auf die Martial-Art, sprich Nahkampf-Kunst. Und
diese Szenen sind perfekt ausgearbeitet. Die Aufnahmen fanden
an den unterschiedlichsten Orten statt: in der Küche, auf
Dächern, in Fahrzeugen und auf Baustellen. Es wird mit Werkzeugen
und Baustoffen oder auch Hausinventar gekämpft Abwechslung
wurde bei den Dreharbeiten groß geschrieben. In Anbetracht
der erstaunlich flachen Hintergrundgeschichte tut das natürlich
auch Not. In vielen Filmen sucht Chan im Laufe der Handlung
viele Orte rund um den Globus heim (zuletzt bei "Who
Am I?"), "Mr. Nice Guy" spielt hingegen
komplett in Australien was dem Sehspaß aber kein Abbruch
tut.
Sehen wir uns die Technik des Films genauer an, so kommen
wir zu keinem überraschenden Ergebnis. Wie alle New Line Home
Video DVDs ist auch dieser Film sehr gut auf die DVD
gebracht. Das Bild bannte man in anamorphen 2.35:1 auf die
doppelseitige Single-Layer-Disc. Die Qualität ist überragend!
Keinerlei Fehler oder auch nur Anzeichen von Kompressionsartefakten
oder Bildrauschen sind vorzufinden. Den ganzen Film über präsentiert
sich das Bild kontrastreich und scharf. Sogar die Trailer
und Szenen aus anderen Chan-Filmen halten diese Qualität bei.
Beim Mischen des Sounds legte man ebenfalls wert auf hohes
Niveau. Auf der Scheibe findet sich ein englischer Dolby Digital-Track
und eine französische Dolby Surround-Spur. Je nach Geschmack
gibt es englische, französische oder spanische Untertitel.
Das Gebotene begeistert. Die visuelle Action wird von der
akustischen Leistung prima ergänzt. Wechselnde Musik, die
recht spärlichen Dialoge und die reichhaltigen Effekte haben
Kraft, Klarheit und wurden exzellent abgemischt. Gelungen
getrennt steuern sie alle Lautsprecher an.
Der nette Typ auf der DVD von New Line überzeugt auf Anhieb.
Der unterhaltsame Film mit der schmackhaften Präsentation
ist den Kauf wert. Für ca. 60,- DM (Listenpreis 25$) wechselt
die Scheibe ihren Besitzer. Ein Trailer und eine ausführliche
Film- und Biographie Jackie Chans befinden sich zusätzlich
auf der Disc. Nicht auf der Packung erwähnt sind einige "versteckte"
Szenen anderer Chan-Filme. Durch das hübsch animierte Menü,
erreicht man über die Filmographie Zugriff auf diese Aufnahmen.
Rundum eine sehenswerte Scheibe, die in keiner Jackie Chan-Sammlung
fehlen sollte. Fans des Actiongenres dürfen bedenkenlos zugreifen.
Andre Schnack