| Irgendwann
in Mexico
Crime/Action/Thriller
[Einleitung]
Aus dem Programm der Columbia TriStar Home Entertaiment erscheint
hierzulande der aktuelle Film des Kult-Regisseurs Robert Rodriguez
mit dem Titel „Irgendwann in Mexico“ (Originaltitel:
Once Upon A Time In Mexico) von 2003. Mit diesem Film will
der Filmemacher das abschließen, was er 1992 mit dem
eher unbekannten „El Mariachi“ begann und mit
dem erfolgreichen „Desperado“
1995 fortführte. „Irgendwann in Mexico“ bietet
ein ähnliches Ensemble wie der Vorgänger: Antonio
Banderas, Salma Hayek, Johnny Depp, Mickey Rourke, Eva Mendes,
Cheech Marin, Willem Dafoe und Enrique Iglesias fanden sich
vor der Kamera ein. Wir konnten uns das Filmchen nach einem
Script des Regisseurs Rodriguez genauer ansehen und bildeten
uns ein Urteil über die DVD.
[Inhalt]
El Mariachi (Antonio Banderas) hatte sich einem Leben in Einsamkeit
ergeben. Aus diesem wird er jedoch jäh herausgerissen,
als ihn der undurchschaubare CIA-Agent Sands (Johnny Depp)
für einen tollkühnen Mordplan gewinnen will, in
den der Präsident von Mexiko, ein kompromissloser Drogenbaron
(Willem Dafoe) und ein korrupter General verwickelt sind.
El Mariachi hat seine eigenen Gründe dafür, warum
er den Auftrag annimmt: Er will Rache. Und so schart er seine
zwei einzigen Freunde um sich und zieht in eine Schlacht,
in der nur der überleben wird, der an die Liebe, die
Freiheit und ein aufrechtes Mexiko glaubt.
(Quelle: Columbia TriStar Home Entertainment)
[Kommentar]
Von Vorfreude erfüllt entblößte ich den Datenträger
von der Schutzhülle, schob ihn in das erste Testgerät
und harrte gespannt der Dinge, die sich nun vor meinen Augen
abspielen sollten. Die Erwartungen sind hoch, glänzt
doch der Vorgänger „Desperado“
mittlerweile mit Kultstatus. Wie sich leider herausstellt,
ist der Abschluss der so genannten Trilogie, welche sich aus
drei Filmen ähnlicher Thematik zusammensetzt, bei der
Teil 2 allerdings lediglich ein Hollywood-Remake des ersten
Films darstellt, nicht ganz so gelungen. Warum dies?
Hatte
der erste Film noch den gewissen Charme und die notwendige
Ernsthaftigkeit bei der Sache, die hier vermisst wird, so
wird hier hingegen übertrieben und schweres Geschützt
aufgefahren – die Logik einer Fortsetzung eben. Es wird
von Beginn an mit einer nicht gerade angemessenen Portion
körperlicher Gewalt um sich geworfen, so dass es rasch
die ersten Toten gibt. Waffentechnisch schöpft man ebenfalls
aus den Vollen und ballert was die Wumme hergibt, ganz und
gar konträr einiger physikalischer Gesetze versetzen
einige Kugeln dem Empfänger eine wahre Achterbahnfahrt.
Stellenweise bietet die Inszenierung der Schießereien
durchaus humorvolle Einlagen, übers Mittel gesehen hinterlassen
sich allerdings einen leicht übertriebenen Eindruck.
Wo ist
er hin, der mexikanische Charme, die brennende Sonne, die
trockenen und staubigen Straßen und die gefährlichen,
schwer einschätzbaren Trabanten auf einsamen Straßen
durchs Nirgendwo? Wahrscheinlich im Lauf einer gewichtigen
Kanone des El Mariachi stecken geblieben. Denn was die inhaltliche
Tiefe angeht, so wird nahezu ausschließlich kopiert,
und zwar vom Vorgänger. Erneut sinnt der Ex-Musiker nach
Rache, da ihm seine Geliebte genommen wurde. Es wurde die
Story noch mit etwas politischem Getue und westernhaften Elementen
aufgepeppt, wahrer Unterhaltungswert will von dort her aber
nicht aufkeimen. Was bleibt ist simpler Zeitvertreib mit Schwerpunkt
auf satter und gewaltiger Action, welche in Form zahlloser
Schießeisen-Auseinandersetzungen erfolgt.
[Technik]
Der anamorphe Breitbildtransfer wird vollzogen im Format 1.78:1
und entstammt den Eigenschaften der Sony HDCAMs, mit denen
der Film abgedreht wurde. Dies hat zur Folge, dass sich „Irgendwann
in Mexico“ extrem sauber und klar auf der Mattscheibe
macht. Plastisch treten die Gefilde dem Betrachter entgegen
und wirken dreidimensional und formreich. Außerdem gibt
es eine warme, satte Farbgebung und einen angenehmen Kontrast
mit knackiger Wirkung. Einziger Ansatzpunkt negativer Kritik:
der Schärfegrad der Darstellung befindet sich auf einem
nur durchschnittlichen Niveau und wird den höchsten Anforderungen
nicht gerecht. Er bietet eine zu deutliche Softness der Details
und Konturen. Ansonsten alles in Ordnung und seitens der Kompression
gibt es keinen Anlass zur Kritik.
Nicht
nur beim visuellen Geschehen wurde eine gut bis sehr gute
Darbietung abgeliefert. In akustischen Belangen vermag die
DVD ebenfalls zu überzeugen. Allerdings gibt es ordentlich
Anlass dazu, denn potenziell gehören die drei Mehrkanaltonspuren
in den Sprachfassungen Deutsch, Englisch und Ungarisch zu
den besseren unter den Surround-Soundtracks. Sie bieten eine
enorme Vielzahl an Möglichkeiten zur dedizierten Anspielung
der einzelnen Boxen, denn Duelle mit dem Schießeisen
entwickeln sich hier zur wahren Räumlichkeit, geprägt
von Dynamik und dem Talent, klar und rauschfrei zu ertönen.
So ergeht es ebenfalls den Dialogen, welche aus dem Center
auszumachen sind und über eine hohe Verständlichkeit
verfügen. Der Bass wirkt sich positiv auf das restliche
Tongeschehen aus, hätte jedoch eine Nuance kräftiger
ausfallen können.
[Fazit]
„Irgendwann in Mexico“ ist nicht das geworden,
was es hätte sein sollen – und das ist etwas schade.
Natürlich fangen die wilden Actioneinlagen etwas die
dünne Story wieder auf, doch wider Erwarten wird nicht
der Level des Vorgängers „Desperado“
mit seiner Unterhaltsamkeit und dem charmant, coolen Stil
geboten. Es handelt sich bei dieser Scheibe um eine einseitige
Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9), sie kommt mit einer Laufzeit
von rund 97 Minuten daher und wurde ohne Jugendfreigabe ausgestattet.
Der Erscheinungstermin der Verkaufs-DVD liegt am 30. März
2004.
- Nebst
Hauptfilm bietet der Datenträger noch folgendes Bonusmaterial
zum Besten:
Audiokommentar mit dem Regisseur Robert Rodriguez
- Featurette
„Ten Minute Flick School“
(10minutenlanges Feature, welches sich mit dem handwerklichen
Entstehungs-
prozess beschäftigt; Schwerpunkt auf die Action und
Special-Effects.)
- Featurette
„Ten Minute Cooking School“
(hier präsentiert uns Mr. Rodriguez ein original mexikanisches
Kochrezept,
welches wirklich Appetit bereitet und zudem unterhaltsam
geschnitten wurde.)
- Featurette
„Inside Troublemaker Studios“
(10minutenlanges Feature, welches Aufnahmen des Inneren
des Studios der
Firma von Filmemacher Rodriguez zeigt und Hintergrundinformationen
bietet.)
- „Film
Is Dead“ – Ein Abend mit Robert Rodriguez
(Das Thema HDTV wird vom Filmemacher vorgestellt, Vor- und
Nachteile be-
sprochen und die Möglichkeiten präsentiert; 13
Min.)
- Die
Reise eines Anti-Helden
(Dieses Feature kann als Making Of bezeichnet werden und
beschäftigt sich
mit den bisher drei Filmen des Themas „El Mariachi“
und offenbart gesetzte
Parallelen, Hintergründe und Informationen; 18 Min.)
- The
Good, The Bad and The Bloody - Special Effects
(Diese Dokumentation protokolliert die Entstehung der Special
Effects und findet
hier ihren eindeutigen Schwerpunkt in der Gestaltung schwieriger
Aufnahmen
des Films. Interessant und aufschlussreich; 19 Min.)
- 8
geschnittene Szenen
(Keine Szenen, die den Film weiterbringen, aber nett anzuschauen
sind. Die Auf-
nahmen liegen in guter Qualität vor, optional mit Kommentar
des Regisseurs.)
- Filmografien
Diese
Features bieten keinen insgesamt als groß zu bezeichnenden
Informationsgehalt, dafür angenehme Einblicke in den
Entstehungsprozess des Werks. Insgesamt werden immerhin rund
80 Minuten Bonusmaterial zuzüglich eines Audiokommentars
geboten. Neben den erwähnten Features gibt es noch zum
Film optionale Untertitel in vier Sprachfassungen und ein
gelungenes, themenbezogenes und animiertes Menü mit einfacher
Navigation. Eine technisch mehr als nur gelungene DVD, deren
Inhalt nicht jedermanns Geschmack treffen wird – aber
ist dies nicht immer so? Wer die vorherigen Filme mochte und
etwas für Filmemacher Rodriguez übrig hat, der sollte
sich auf diese DVD einmal genauer ansehen!
Andre
Schnack
10.03.2004
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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