| Lucky
# Slevin
Crime/Drama/Thriller
[Inhalt]
Job, Frau und Wohnung verloren – es ist wirklich nicht
Slevins (Josh Hartnett) Tag! Aber als er dann auch noch von
zwei brutalen Geldeintreibern mit seinem hoch verschuldeten
Freund verwechselt wird, brechen für Slevin wirklich
harte Zeiten an. Denn um seine angeblichen Schulden erlassen
zu bekommen, soll Slevin den Sohn eines der größten
Gangsterbosse New Yorks (Morgan Freeman) eliminieren. Ohne
eine Chance seine wahre Identität zu beweisen muss Slevin
sich auf den mörderischen Deal einlassen. Doch ihm bleibt
nicht viel Zeit, denn auch der knallharte Cop Brikowski (Stanley
Tucci) und der skrupellose Killer Goodcat (Bruce Willis) haben
Slevin bereits im Visier.
(Quelle: Highlight Video)
[Kommentar]
Die Story hat etwas Einfaches im Kern zu bieten, wie ein guter
Comic. Und doch geht es dann bei der genaueren Betrachtung
um sehr viel mehr. Facetten tun sich auf und die Geschichte
nimmt ihren Lauf. Nicht zu schnell, doch auch keinesfalls
langsam. Für Langeweile hat der Titel keine Zeit. Binnen
der ersten 40 Minuten sind alle Figuren vorgestellt und kennen
einander, und das Spiel kann beginnen. Es bereitet Spaß
die Story von „Lucky # Slevin“ zu verfolgen. Die
Mixtur aus waschechtem Gangster-Gemache mit Brutalität
und Kälte in Kombination mit zahlreichen lustigen Dialogen
und Situationen umsorgt den Betrachter mit Frische und Abwechslung.
Letztlich hält der Drehbuchautor dann noch einige große
Überraschungen für den Zuschauer bereit, welche
gelungen inszeniert wurden.
„Lucky # Slevin“ bietet von Beginn
an eine intelligente und gewitzte Erzählweise, was in
einem sehr eigenen Stil und Charme mündet. Neben dem
Gangster-Sujet haben wir es auch noch mit einer Spur Romanze
zu tun, was durchaus gefällt. Optisch und akustisch kann
sich der Titel auch wirklich sehen lassen, das Produktions-Design
befindet sich auf einem professionellen und sehr hohen Niveau.
Neben kleineren inhaltlichen Mängeln gibt es eigentlich
nur sehr wenig, was am Film nicht stimmt. Warum diskutiert
„Der Boss“ – hervorragend gespielt durch
Morgan Freeman – so lange mit Slevin herum und macht
nicht kurzen Prozess, wie seine Handlanger? Die Antwort ist
einfach: weil es cool ist und dem Film Stimmung verleiht,
die Charaktere zeichnet und den Betrachter unterhält.
Solche Momente finden wir in dem Titel zu
Haufe. Macht aber nichts, denn es gibt gegen Ende hin ein
ganzes Paket an Überraschungen. Und diese Ladung sitzt
ausgesprochen wirkungsvoll. Dies und die schauspielerischen
Leistungen, allen voran von Josh Hartnett, Morgan Freeman,
Bruce Willis und Sir Ben Kingley, gefallen jedem, der einen
nicht allzu zimperlichen Filmgeschmack hegt. Lucy Liu verblasst
leider in diesem Werk ein wenig und bleibt weit unter ihrem
Potenzial. Jeder mag seine Meinung zum Film haben, fest stehen
hingegen seine Stärken in den Bereichen optische Gestaltung,
Coolness und Facettenreichtum in der Erzählweise in der
Geschichte.
[Technik]
„Lucky # Slevin“ erscheint mittels eines 2.35:1-Breitbild-Transfers
und wurde im anamorphen Codierungs-Verfahren aufgenommen.
Der 16:9-Transfer hat seine Stärken, weiß allerdings
leider auch mit negativen Qualitäten aufzuwarten. Bereits
die ersten Minuten bestimmt der Eindruck einer recht unscharfen
Kantenschärfe das Antlitz des Transfers. Das Bild leistet
sich dort einige Mängel. So rutscht die Kantenschärfe
stets bei Bewegungen und Kameraschwenks, und davon gibt es
ununterbrochen welche, in einen unterdurchschnittlichen Bereich.
Das ist sehr schade. Der ausgewogene Kontrast und die Plastizität
des Transfers holen viel wieder raus und mit dem weiteren
Verlauf des Titels schwenkt die Konturenzeichnung wieder in
gesunde Bereiche. Seitens der Farbgebung und der Kompression
gibt es keine Negativkritik zu vermelden.
In diesem Film ist praktisch von allem etwas
enthalten, was die Konzentration auf einen Schwerpunkt im
Ton schwierig gestaltet. Wir finden gleich einige Soundtracks
vor. Dabei sind deutscher und englischer Dolby Digital 5.1-Sound
und eine deutschsprachige DTS 5.1-Tonspur. Untertitel gibt
es ausschließlich in deutscher Sprache wahlweise eingeblendet.
„Lucky # Slevin“ bietet ruhige Momente, Aufnahmen
unter Dialog- und Musikeinfluss und einige Szenen, in denen
die blauen Bohnen und ihr dynamisches Umfeld die Akustik bestimmen.
In allen Kategorien können wir ganz gute Qualität
attestieren, wobei der Fokus auf einen Bereich ganz einfach
fehlt. Und so gibt es zwar einen gelungenen Bass-Einsatz und
ein paar Momente voller Dynamik. Insgesamt jedoch orientiert
sich der Sound am Durchschnitt. Zur Wiedergabequalität
gibt es einen „Daumen hoch“, hier rauscht nichts.
[Fazit]
„Lucky # Slevin“ weckte bereits nach dem ersten
Blick auf die Verpackung mein uneingeschränktes Interesse.
So las sich die Inhaltsangabe und fühlte mich erinnert
an große Werke wie „Pulp
Fiction“. Was wir hier erhalten ist eine Mixtur
aus Gangster-Film mit vielen Überraschungen und den Charme
eines „Bube, Dame König, grAs“ oder eines
„Snatch.“. Auf einer
Laufzeit von rund 109 Minuten erhält der Betrachter somit
einen insgesamt echt gelungenen Film mit viel Abwechslung
und Stimmung. Die einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9)
von Highlight Video bringt zudem noch folgendes Bonusmaterial
huckepack mit:
- Audiokommentar mit dem Regisseur
- Audiokommentar mit Darstellern
- Making Of (15 Min.)
- 2 deleted Scenes
- Alternatives Ende
- Interviews
- Darstellerinfos (Texttafeln)
- Trailer zu „Das Parfum“
Sämtliche Extras gefallen. Insbesondere
das zwar knappe Making Of versteht mit Informationen aufzuwarten
und die beiden Audiokommentare. Während beim ersten Kommentar
ausschließlich der Regisseur Paul McGuigan zu Wort kommt,
bieten sich im zweiten Kommentar gleich drei Beteiligte verbal
die Stirn (Josh Hartnett, Lucy Liu, Jason Smilovic). „Lucky
# Slevin“ erhielt die FSK Einstufung „ab 16 Jahren“
und erschien am 25. Januar zu einem Preis von rund 17,- Euro.
Wer Fans von intelligent gedrehten Filmen oder aber von Beteiligten
ist, der kann bedenkenlos zugreifen.
Andre Schnack
12.02.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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