| Goyas
Geister
Drama
[Einleitung]
Unter dem Titel „Goyas Geister“ (Originaltitel:
Goya's Ghosts) erschien 2006 die aktuelle, spanische Filmproduktion
von Regisseur Milos Forman, der sich unter anderem für
Werke wie „Amadeus“ und „Einer flog über’s
Kuckucksnest“ verantwortlich zeichnete. In „Goyas
Geister“ malt der gebürtige Tscheche und mittlerweile
75jährige Filmemacher das düstere Bild einer nicht
ganz so hellen Zeit der spanischen Geschichte des 18. Jahrhunderts.
In den Hauptrollen sind Javier Bardem, Natalie Portman, Stellan
Skarsgård, Randy Quaid und Michael Lonsdale zu sehen.
Wir konnten uns die DVD aus dem Angebot des universumfilm-Programms
genauer ansehen und berichten aus erster Hand.
[Inhalt]
Spanien 1792, ein Land unter dem Diktat der Inquisition. Die
Kirche fürchtet den Verlust der Macht und die Ideen der
Aufklärung wie der Teufel das Weihwasser. Goyas (Stellan
Skarsgård) Muse und Modell Inès (Natalie Portman)
gerät ins Visier fanatischer Tugendwächter und muss
sich vor dem Tribunal verantworten. Auch der skrupellose Pater
Lorenzo (Javier Bardem), den Goya besticht, kann dem Mädchen
nicht helfen. Sie verschwindet in finsteren Verließen.
Sechzehn Jahre später wird Ines von Napoleons Armee befreit,
eine gebrochene Frau, die mit Unterstützung Goyas ihre
in der Zelle geborene Tochter sucht und den Erzeuger –
Lorenzo.
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Wie es hin und wieder bei solchen Historien-Dramen der Fall
ist, so kommt auch hier die Figur des Königs der Nation,
in der die Handlung ihren Lauf nimmt, etwas zu kurz. Mit einem
guten Darsteller ausgestattet verliert sie durch nur wenige
Spielminuten ihre Bildpräsenz und erscheint eher als
etwas „hilfloser“ Herrscher, der nicht recht weiß,
welche politischen Schritte er als nächstes gehen soll.
Inhaltlich passt es, da der Bruder Lorenzo dies zu nutzen
vermag und gleichfalls eine Verstärkung der Inquisition
erreicht. Nicht so gut für Inès, welche die meiste
Zeit ihres Lebens nach sinnlosen und gar nicht haltbaren Beschuldigungen
im dreckigen Verlies verbringt – und dort auch noch
misshandelt wird. Alles in allem somit schon mal kein Film,
der mit guter Laune-Faktor daher kommt.
Ach ja,
dann ist da auch noch Goya. Der berühmte Maler mit guter
Auftragslage ist noch gesund, keinem Wahnsinn oder Ohrenleiden
verfallen. Aber auch das kommt noch im Verlaufe der recht
gut konstruierten und nicht langweiligen Geschichte zutage.
Die Funktion des titelgebenden Malers an sich ist für
die Geschichte zwar vonnöten, doch steht sie längst
nicht im Mittelpunkt derselben. Die Handlung dreht sich um
den fanatischen, falschen Bruder Lorenzo, das gebeutelte Inquisitions-Opfer
Inès und den talentierten Maler Goya. Nicht jedermann
wird den Inszenierungsstil von „Goyas Geister“
schätzen, denn oftmals wird rabiat und brutal vorgegangen,
damit der Betrachter einen ungefähren Eindruck davon
erhält, was die Inquisition für ein Leid vollbracht
hat.
[Technik]
Das opulent inszenierte Historiendrama hat 3 Nominierungen
der Goya Awards erhalten. Darin beschränkte man sich
auf den visuellen Reiz des Titels. So erhielten die Kostüme,
das Make Up und die Special Effects jeweils eine Chance auf
Gewinn. Der anamorphe Breitbildtransfer im Format 1.85:1 erweist
sich in der Tat als vorteilhaft für den Film. Denn seine
Werte lassen keinen Anlass zur negativen Kritik aufkeimen.
Wir erhalten eine insgesamt kräftige und wohl gesättigte
Farbgebung vor die Augen. Ferner vermag der Transfer durch
den angewandten Kontrast mit der eher schummerigen Ausleuchtung
umzugehen. Im Resultat lassen sich auch so noch zahlreiche
Details erkennen und die Kantenschärfe geht nicht über
den Jordan. Nur selten mischt sich ein sehr leichter Rauschfaktor
ein, ansonsten alles sauber.
Wer hohe
Anforderungen an die tonale Leistung der DVD stellt, der wird
sich mit einem eher unspektakulärem Mehrkanalton im Dolby
Digital 5.1-Gewand zufrieden geben müssen. Jenes kann
in den Sprachfassungen Deutsch und Englisch vernommen werden,
wartet mit guter Verständlichkeit und einer ausreichenden
Dynamik auf. Wenn es um Sound-Effekte geht, so herrscht überwiegend
Ruhe im Karton. „Goyas Geister“ geben sich nicht
besonders viel Mühe den Betrachter akustisch zu entzücken.
Bestenfalls einige Hintergrundgeräusche und der Music-Score
schweifen stellenweise etwas aus und bringen Weite in die
Sache.
[Fazit]
Ehrlich gesagt sind wir bessere Film von Milos Forman gewöhnt.
Beachtenswert, dass der mittlerweile schon betagte Regisseur
solche Dinge nach wie vor auf die Beine bringt. Schade hingegen,
dass die Qualität zu „Amadeus“ oder „Larry
Flynt - Die nackte Wahrheit“ merklich nachgelassen hat.
Wem diese Art Vorwarnung nicht abschreckt, der erhält
einen eher durchschnittlichen Titel über ein trauriges
Kapitel spanischer Geschichte um die Kirche und den Hofmaler
Francisco de Goya auf einer Laufzeit von rund 109 Minuten
geboten. Über das einfach gehaltene Menü lassen
sich folgende Bonusmaterialien auswählen:
- Introduction
- Interviews
mit Cast & Crew
- B-Roll
- Internationale
Kinotrailer
Die Extras
fassen weitere rund 40 Minuten an Spielzeit und können
auch inhaltlich durchaus begeistern. Sie geben etwas Einblick
in die Entstehung des Titels, bleiben weitgehend jedoch eher
oberflächig. „Goyas Geister“ erscheint am
25. Juni zu einem Preis von rund 16,- Euro und weist eine
Altersfreigabe von ab 12 Jahren auf. Wer mehr über Goya
erfahren will, der sollte Wikipedia oder einschlägige
Lexika konsultieren. Wer Kostüme, Emotionen und die harte
Hand der Inquisition mit ihren Folgen erleben möchte,
der schaut hier zu.
Andre
Schnack
19.06.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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