|
Fear And Loathing
In Las Vegas
Comedy/Drama
"Wir
waren kurz hinter Barstow, inmitten der Wüste, als die
Drogen anfingen zu wirken..." Nevada 1971: Begleitet
von seinem Anwalt Dr. Gonzo (Benicio Del Toro) rast Raoul
Duke (Johnny Depp) in einem roten Cabrio gen Las Vegas. Für
ein Magazin soll er dort von einem Motorradrennen in der Wüste
berichten. Doch für die beiden steckt hinter dem Ausflug
sehr viel mehr als eine bloße Reportage. Für sie
bedeutet der Trip nach Las Vegas eine Reise in das wilde Herz
der vom Vietnamkrieg und diverser Skandale gebeutelten Vereinigten
Staaten, bei der sie den amerikanischen Traum bei den Hörnern
packen und ihm in die hässliche Fratze starren wollen.
Ausgerüstet mit jeder denkbaren Droge unter der Sonne
brechen sie auf zu ihrer Mission - und lassen sich dabei auch
nicht von feindseligen Drogencops, dienstbewussten Highwaypolizisten,
arroganten Hotelangestellten und ständig wiederkehrenden
Horrortrips unterkriegen.
"Fear
And Loathing In Las Vegas" ist ein Trip, definitiv. Und
was für einer. Alleine schon durch die Darstellungsweise
fühlt man sich ab und an etwas in den merkwürdigen
Strudel aus psychedelischen Farben, monsterartigen Erscheinungen
und absurden Filmrissen gezogen - gut umgesetzt und wirkungsvoll
inszeniert. Inmitten dieser Wahns: zwei ganz ausgezeichnete
Darsteller, die sich gegenseitig prima ergänzen und die
gespielten Figuren mit Plastizität und Leben füllen.
Zur Handlung, viel gibt es hier nicht. Es geht um amerikanische
Geschichte und um amerikanische Traumas. Nixon, Skandale,
Vietnam, Hippies und die ganze Liebe & Frieden-Ära
ist hier Gegenstand, doch nicht ihr Aufleben, sondern eher
die Erinnerungen an diese mittlerweile vergangenen Werte und
Zeiten. Raoul und Dr. Gonzo stehen auch für mehr als
zwei durchgeknallte drogenabhängige Spinner, sie verkörpern
eine Generation und einen bestimmten, etwas verzogenen Ansichtswinkel
der damaligen Zeit. Fans des Romans von Hunter S. Thompson
können wahrscheinlich mehr mit dem Werk anfangen als
welche, die das Buch nicht kennen. Der Film ist für die
Masse der Kinowelt zu überzogen, wenn er einigen jedoch
auch so gefallen wird.
BMG Video
bringt uns diese Code2-DVD mit einem anamorphen Breitbild
im Originalkinoformat 2.35:1 in die Hände. Und das erfreut
in Anbetracht der hier gebotenen Leistung sehr. Das kontrastreiche
Geschehen weist zahlreiche Einzelheiten in den Aufnahmen auf
und versteht es mit hohem Schärfegrad, gutem Schwarzwert,
einem sauberen Konturenverlauf und knackigen Farben Lob zu
ernten. Die Kompression gelang hochwertig und ein dreidimensional
wirkender und insgesamt überzeugender Transfer führt
durch den Drogentrip. Die Akustik kommt - überraschenderweise
- im Dolby Digital 5.1-Sound, in englischer und deutscher
Sprachausgabe (die Code1-Fassung besaß lediglich eine
Surround-Tonspur). Die Akustik unterstreicht generell sehr
sinn- und wirkungsvoll das visuelle Geschehen, woraus ein
gutes Zusammenspiel erfolgt. Viele Erscheinungen, Gefühle
und Wirkungen der eingenommenen Bewusstseinserweiterer geben
sich auch tontechnisch durch gut gesetzte Direktionaleffekte
ein Stelldichein. Die Sprachausgabe ertönt deutlich aus
dem Center und auch die anderen 4.1-Kanäle werden des
öfteren angespielt. Deutsche und englische Untertitel
gibt es optional hinzuzuschalten.
Zwar gibt
der Film nicht unbedingt eine klare Meinung oder Antwort auf
die Frage, warum denn die Acid-Zeit einsetzte, dafür
wird aber schon etwas in die richtige Richtung "gerast".
"Fear And Loathing In Las Vegas" - ein abgedrehter
und auf dieser Art auch typischer Terry Gilliam-Film mit hervorragenden
darstellerischen Leistungen und einer einfangenden Atmosphäre.
111 Minuten dauert das Road-Movie mit immens hohen Konsum
aller den zwei Figuren bekannten Drogen. BMG Video bringt
den Streifen auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ
9) auf den Markt und legte dem Film noch folgende Extras bei:
Cast & Crew-Informationen, der deutsche und amerikanische
Kinotrailer, ein B-Roll, einige Interviews und ein paar Hintergrundinformationen.
Zu erreichen sind alle Features über ein recht einfach
gehaltenes und einfach zu navigierendes Menü. Freigegeben
ab 16 Jahren wird die DVD ab sofort im Handel zu einem Preis
um die 40,- DM zu erhalten sein. Terry Gilliam- oder auch
Johnny Depp-Fans sollten hier unbedingt zugreifen.
Andre
Schnack
28.10.2001
| Film
/ Inhalt |
: |
    |
Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
| Bild |
: |
     |
| Ton |
: |
     |
| Extras
/ Ausstattung |
: |
   |
| Preis-Leistung
/ Gesamt |
: |
    |
|
| |
|