| Dieter
- Der Film
Animation/Comedy
[Einleitung]
Mit dem Titel „Dieter - Der Film“ erscheint ein
für viele wahrscheinlich lang erwartetes Filmwerk: die
verfilmte, comic-stilistische Autobiografie des Musik-Produzenten
und Publikums-Freund Dieter Bohlen „himself“.
Neben der Audio-Version „Nichts als die Wahrheit“
vermarktet sich damit uns Dieter weiter. Schlauer Plan, doch
gibt dies automatisch einen guten Film – nein, dazu
gehört schon mehr. Also holte man Szenen-Größe
Michael Schaack als Regisseur mit an Bord. Dieser bringt Erfahrungen
aus „Der kleene Punker“ und „Das kleine
Arschloch“ mit. An seiner Seite, ebenfalls im Regie-Stuhl:
Toby Genkel. Schauspieler, bzw. Sprecher sind Dieter Bohlen,
Wolfgang Völz und Harry Wijnvoord. Diese DVD-Version
erscheint aus dem Programm der universumfilm und wir konnten
testen.
[Inhalt]
Ostfriesland hinterm Deich, 1954: Schon als Säugling
verdient Dieter Bares mit seiner Stimme: Nachbarn bieten seiner
Oma Geld, damit sie den Schreihals zum Schweigen bringt. Die
Moneten werden auf die hohe Kante gelegt, eine Vorsichtsmaßnahme,
die Dieter sein ganzes Leben lang beherzigen wird. In der
Schule merkt der kleine Bohlen, dass sich Beliebtheit und
Strebsamkeit meistens im Wege stehen. Auch mit den Mädels
klappt es nicht so richtig. Doch als er sich gegen den Willen
seines Vaters eine Gitarre zulegt, wird er plötzlich
von weiblichen Fans umlagert, obwohl er doch nur drei Akkorde
spielen kann. Dieses Erlebnis ermutigt ihn den musikalischen
Weg weiter zu gehen. Er produziert massenhaft Demobänder
und verschickt sie an die großen Plattenfirmen.
Eines Tages meldet sich ein Musikmanager und
bietet ihm einen Job bei seiner Plattenfirma an. Dieter verdient
jetzt richtig gutes Geld. Und auch sein erster Hit lässt
nicht mehr lange auf sich warten. Doch "Halé,
Hey Louise" ist ein Schlager und deshalb nicht richtig
cool. Ultracool dagegen scheint der turbogebräunte, schwarzgelockte
Thomas Anders zu sein, mit dem Dieter wenig später seinen
ersten Welthit "You're my heart, you're my soul"
produziert. Die Gewinne sprudeln und auf der hohen Kante wachsen
wahre Geldtürme. Doch mit seinem Privatleben ist es jetzt
vorbei: Klatschkolumnisten, Paparazzi, kreischende Fans und
nackte Groupies bestimmen sein Leben...
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Eines vorweg, ich bin kein Dieter Bohlen-Fan. Aber was ist
eigentlich ein Dieter Bohlen-Fan? Jemand der Seine Musik mag,
oder aber die Menschen, die bei ihm als Produzent unter Vertrag
stehen? Irrelevant. Und doch traute ich mich voller Freude
an diesen Titel, wer weiß, was einen erwartet. Immerhin
saßen hinter der Kamera kompetente Fachleute, was sich
ja irgendwie im Ergebnis positiv niederschlagen muss. Also
rein mit der DVD und schon begann der Comic-Spaß. Irgendwo
zwischen dem kleinen Arschloch und Käpt’n Blaubär
befindet sich nun auch Dieter. Ganz niedlich anzusehen sorgen
die bunten Figuren für Sympathie beim Betrachter und
passen in die ebenfalls ansehnlich animierten Gefilde, in
denen die Story um Dieter Bohlen und sein Leben stattfindet.
Ob man es inhaltlich mit der Wahrheit immer
ganz so genau nahm, oder aber die künstlerische Freiheit
der Macher oftmals und intensiv ausgeschöpft wurde –
dass vermag ich nicht zu beurteilen. Ebenfalls kann ich nicht
sagen, was man letztlich wegließ oder aber schlichtweg
anders inszenierte. Wie dem auch sei. Insgesamt kann „Dieter
– Der Film“ inhaltlich tatsächlich seitens
der witzigen und lustigen Züge punkten, bietet ausreichend
Abwechslung und zahlreiche ulkige Situationen, Anspielungen
und Momente mit Wortwitz und Situationskomik. Durchweg schwindet
der Bund zum echten Dieter Bohlen nicht, denn immerhin verlieh
Dieter seinem gezeichneten Alter-Ego im Film die Stimme. Die
weiteren Sprecher gefielen ebenfalls und stellen die gezeichneten
Charaktere ausreichend dreidimensional dar. Kein großer
Wurf dieser Film, dennoch unterhaltsam.
[Technik]
„Dieter – Der Film“ erscheint in Form eines
anamorphen 1.85:1 Breitbild-Formats und wurde somit zeitgemäß
auf 16:9-TV Geräte abgestimmt. Da es sich um einen Zeichentrick-Film
handelt wird viel Wert auf Faktoren gelegt, die bei der Bewertung
von Realfilmen nicht immer im Vordergrund stehen. „Dieter“
gefällt mit einem gesunden Kontrast, einer satten Farbgebung
und sauberen, klaren Bildern. „Klar“ soweit man
es für einen gezeichneten Animations-Titel eben sagen
kann. Natürlich gibt es zahlreiche plakative Bildelemente,
in denen nur selten viele Details auftauchen. Doch wenn Kameraschwenks
auftauchen, so laufen diese genau wie die wunderbar animierten
Figuren ab – Bilddetails schwinden dabei praktisch gar
nicht. Ferner tritt weder ein wahrnehmbarer Rauschfaktor auf,
noch stören die Kompression oder andere Verunreinigungen
suchen die visuelle Darbietung heim. Insgesamt eine gute visuelle
Darbietung, die universumfilm hier abliefert.
„Dieter – Der Film“ weist
einen Dolby Digital 5.1-Ton auf, abgemischt in deutscher Sprachausgabe.
Damit sind dann auch Formate und Sprachfassungen erschöpft.
Aber Dieter auf Englisch wäre auch sehr gewöhnungsbedürftig
und die Disc richtet sich primär an ein nationales Publikum,
mithin ist die deutsche Sprachausgabe komplett ausreichend.
Wir haben es mit keinem sonderlich wertvollen Soundtrack zu
tun. Weder in Sachen Räumlichkeit und Weite, noch in
der hochwertigen Anspielung von Höhen und Tiefen haben
wir es mit besonders hoher Güte zu tun. Auf diesem Gebiet
wird „Dieter“ von jedem aktuellen DVD-Titel glatt
überholt. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm. Denn
es handelt sich um einen Zeichentrickfilm und gleichermaßen
um ein Werk, das kein besonders großes Budget ausschöpfen
konnte. Untertitel gibt es nicht.
[Fazit]
„Dieter – Der Film“ von universumfilm lädt
ein in die Welt des Dieter Bohlen. Wir haben es hier mit einem
Werk zu tun, dass über alles und jeden lacht, auch über
Bohlen selbst. Auf der einen Seite ist es schön zu sehen,
dass Herrn Bohlen dies nicht weiter stört, schließlich
sprach er die Synchronstimmung seiner Figur. Auf der anderen
Seite bleibt natürlich der Beigeschmack der sehr eleganten
und geschickten Vermarktung, bei der Dieter Bohlen mit Sicherheit
einen guten finanziellen Schnitt macht. Der 86minutenlange
Titel lief bereits im Fernsehen und für die Fans gibt
es nun auch das gute Stück noch auf DVD, und zwar auf
einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) zu einem fairen
Preis von rund 10,- Euro. Nennenswertes Bonusmaterial machen
wir nicht aus, lediglich 6 Trailer. Wer also älter als
6 Jahre ist und sich auf einen lustigen Comic-Stil Zeichentrickfilm
einlassen möchte, der sollte ab dem 10. April zuschlagen.
Andre Schnack
11.04.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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