Als Francis McGuire (Pitt) noch ein kleiner Junge war, wurde
eines Abends sein Vater beim Abendessen vor der ganzen Familie
von einem Maskierten erschossen. "Frankie" verschwor
sein Leben der IRA und wurde zu einem der gesuchtesten Terroristen.
Brutalität, Morde und rohe Gewalt bestimmten sein Leben. Auf
der anderen Seite des Erdballs, in Amerika, New York, lebt
Tom OMeara (Ford) mit seiner Familie glücklich in seinem
Haus in einer ruhigen Gegend. Tom ist Polizist, er mag seinen
Job und führt ein ganz normales Leben. Durch einen Freund,
der auch Toms Freund ist, gelangt Francis nach Amerika,
untergebracht wird er im Hause der OMearas. Dort
gibt er sich als Rory Devaney aus und gaukelt allen vor, er
sei im Baugewerbe tätig. Tom freut sich über seinen irischen
Gast und Rory lebt sich schnell ein. Morgens wird er von Tom
zur Arbeit gefahren, einer riesigen Baustelle in New York.
Von dort aus verschwindet der Terrorist aber sofort, nachdem
Tom außer Sichtweite ist. Sein Auftrag lautet nämlich Sprengköpfe
und Raketen für die IRA einzukaufen. Er sucht den Waffenhändler
Billy Burke (Williams) auf. Dieser verspricht die gefährliche
und wertvolle Fracht zu einem akzeptablen Preis zu besorgen.
"Frankies" Auftrag scheint beinahe erledigt,
doch dann gibt es Probleme mit der Lieferung, Mr. Burke fordert
auf einmal auch mehr Geld. Die Lage gerät außer Kontrolle.
Auch OMeara hat gerade genug Probleme. Denn Toms
Kollege (Blades) erschoß einen Flüchtigen in den Rücken, der
Verbrecher war zudem unbewaffnet. Tom steht nun vor der Frage,
ob er für seinen Partner lügen soll. Als dann auch noch maskierte
Unbekannte in Toms Haus einbrechen und seine Familie
bedrohen wird Tom klar, daß mit seinem Gast etwas nicht stimmen
kann. Er durchsucht in "Frankies" Abwesenheit
dessen Unterkunft und stößt dabei auf eine Tasche voll Geld....
nun ist es aus mit dem Hausfrieden.
Von Geschichte und Aufbau her ist der Film nicht gerade eine
Glanzleistung, dennoch sehr unterhaltsam. Regisseur Pakula
gelang eine spannende Inszenierung und eine gute Darstellung
der beiden unterschiedlichen Schicksale. Ford und Pitt verkörpern
ihre Charaktere glaubwürdig und passen sehr gut in die Rollen.
Die beiden Figuren sind sich im Grunde sehr ähnlich, und genau
das erfahren sie auch im Verlaufe der Handlung. Beide "dienen"
einer Sache für die sie sogar ihr Leben lassen würden. Das
Interessante an dem Film ist auch, daß er es schafft, beide
Sichten der Dinge und die Beweggründe sehr gut zu erläutern
und sogar als gerechtfertigt erscheinen lassen. Wobei die
Sicht des Terroristen natürlich fragwürdiger bleibt. Lediglich
das schlechte Irisch, daß Pitt den ganzen Film über von sich
gibt fällt etwas negativ auf. Wo nicht-Iren und normale Englischkenner
eine angenehm fremde Aussprache vernehmen, raufen sich Sprachexperten
und waschechte Iren die Köpfe. Dieses kleine Manko trübt aber
nicht den sonst guten Eindruck des Films.
Von technischer Seite zeigt sich die Scheibe ebenfalls recht
rosig. Das anamorphische Bild zeigt das originale Kino-Ratio
von 2.35:1, auf der zweiten Seite der doppelseitigen Single-Layer-Disc
befindet sich zusätzlich eine 4:3-Fassung. Das Bild weist
weder Rauschen noch Kompressionsartefakte auf. Allerdings
wirkt das Geschehen permanent etwas unscharf und diffus verschwommen,
zwar nur minimal aber trotzdem bemerkbar und etwas störend.
Die Widescreen-Fassung ist auf jeden Fall vorzuziehen. Die
Scheibe enthält drei Dolby Surround- und einen englischen
Dolby Digital 5.1-Track. Die drei Digital 2.0- Spuren sind
in englischer, französischer und spanischer Sprache. Auch
Untertitel sind vorhanden, ebenfalls auf Englisch, Französisch
und Spanisch.
Für knappe 60,- DM holen auch Sie sich den Teufel ins Haus
(30$ Listenpreis). Eine durchschnittliche Handlung mit einer
Top-Besetzung was die Hauptfiguren angeht: Ford und Pitt glänzen.
Sie sorgen für 111 Minuten gute Unterhaltung, besonders Freunde
des Thriller-Genres wird der Film gefallen, obwohl er für
einen Thriller nicht immer die nötige Spannung liefert. Aber
dafür wird Tiefgang bei den Figuren geboten und ein wenig
Drama obendrein. Schade das die Ausstattung der Scheibe so
dürftig ausfiel, mehr als ein Kinotrailer wird nämlich nicht
geboten. Fans von Ford und Pitt dürfen bedenkenlos zugreifen,
sie bekommen ihre Lieblinge in Höchstform zu sehen.
Andre Schnack