Er ist ein leidenschaftlicher Gitarrenspieler, er ist ein
Mariachi (Banderas)! Irgendwann einmal gelangten er und seine
Freundin zwischen die zwei Fronten rivalisierender Banden.
Die Männer eines gewissen Butcho beendeten sein friedliches
und normales Leben schlagartig. Diese Handlanger des Drogenkönigs
töteten seine Liebe und schossen seine Hand kaputt, soviel
zum Gitarrenspielen. Aber hatte er doch auch andere Pläne
für seine Zukunft er will Rache, er will sie schnell,
erbarmungslos und tödlich. Mit der Hilfe seines einzige Freundes
(Buscemi) macht er sich auf die Suche nach Butcho. In einem
kleinen, verschlafenen, mexikanischen Dorf scheinen einige
Schergen Butchos ihr Unwesen zu treiben. Der Gitarrenspieler
sucht sie auf, er öffnet seinen Gitarrenkoffer und spielt
ihnen das Lied vom Tod, denn im Koffer sind Waffen und für
ein Musikinstrument ist schon lange kein Platz mehr vorhanden.
Jedem der sich ihn in den Weg stellt hat ein Problem, ein
großes Problem mit langen Haaren, dunkler Haut und einer riesigen
Wut im Bauch. Er rechnet ab - mit jedem. Seine Waffen sind
Verlängerungen seiner Hände und die Verkörperung seines Willens.
Meist enden solche Treffen tödlich... . Als dann auch noch
sein einziger Freund ermordet wird und sich die Tatsache offenbart,
daß Butcho ganz in der Nähe sein muß, nähert sich der entscheidende
Kampf. Doch leider wurde er bei der letzten Schießerei, die
einmal wieder mit einem Blutbad endete, schwer verwundet.
Er traf dabei auf Carolina (Hayek), der Besitzerin des örtlichen
Buchladens. Sie hilft ihm medizinisch wieder auf die Beine.
Schon bald verbindet die beiden mehr als nur der Gedanke Butcho
das Handwerk zu legen sie verlieben sich in einander.
... kommt dahinter, daß sich alles im verstaubten Kaff um
eines dreht, um Rauschgift. Die Spur zu seinem Erzfeind wird
deutlicher, doch dann, als er auf ihn trifft kommt erst die
ganze Wahrheit ans Licht....
Im groben ist der Film nur ein Hollywood-Remake von "El
Mariachi", doch besonders die Wahl der Darsteller vergibt
diesem Streifen Kultstatus. Kaum jemand besseres als Antonia
Banderas hätte die Rolle des Mexikaners verkörpern können.
An seiner Seite die bildschöne Salma Hayek das ist
genau das Paar des Films. Zwar ist die Handlung fernab jeglicher
Realität, so macht es trotzdem einen ungemeinen Spaß den bösen,
rachsüchtigen Gitarrenspieler zuzusehen. Natürlich muß der
Zuschauer schon einen gewissen schwarzen, oder besser tiefschwarzen
Humor mitbringen. Aber alles was der Held des Films macht
und vor allem wie er es macht hat einfach Stil und Klasse.
Ohne Frage, der Desperado ist einfach cool. Robert Rodriguez
leistete gute Arbeit als Regisseur. Seine Slow-Motion Schießereien
und Nahaufnahmen begeistern jeden Actionfan. Zu der kurzweiligen
Handlung gesellt sich ein gewisses Westernambiente mit etwas
Komik einfach köstlich anzusehen.
Viel ist bei der Technik nicht zu berichten, als Fazit kann
vorweg genommen werden: Bild und Ton stimmen einfach! Der
Rachefeldzug des erbarmungslosen Südländers wird in gestochen
scharfen Bildern präsentiert. Das ganze Geschehen nimmt in
anamophischen 1.85:1 seinen Lauf. Der 103 minütige Film befindet
sich auf einer einseitigen Single-Layer-Disc und weist ansonsten
keine Fehler oder Mängel im Bilde auf. Richtig gut gelang
der Soundtrack: zum einen die tolle westernähnlichen Gitarrenstücke
und zum anderen die hektischen, wilden Schießereien. Nicht
selten werden die Surroundlautsprecher Quelle schöner, räumlicher
Effekte. Die Stimmen erklingen dabei klar aus dem Centerspeaker.
Neben der englischen Dolby Digital 5.1-Version befinden sich
noch englische, französische und spanische Dolby Digital 2.0-Spuren
auf der Scheibe, wahlweise mit spanischen oder koreanischen
Untertiteln.
Alles andere als delikat ist die Ausstattung der DVD. Nicht
einmal ein nettes Menü mit Standbildern befindet sich auf
der Scheibe, häßliche Balken mit einfacher Schrift verschönern
das Navigieren nicht gerade. "Desperado" ist eine
DVD erster Stunde, und das merkt man! Kann sie auf dem technischen
Sektor noch überzeugen, so bricht das gute Bild der Disc bei
der schlechten Menügestaltung und dem mangelnden Umfang mit
Getöse zusammen schade. Als DVD Umsetzung versagte
man hier zwar, doch ansonsten sei der Film definitiv empfohlen,
der schießwütige Mexikaner gehört in jede gut sortierte Filmsammlung.
Mittlerweile ist "Desperado" zusammen mit "El
Mariachi" als Double-Feature erhältlich. Dort befindet
sich dann auch einiges an Bonusmaterial auf der Scheibe, hier
hingegen ist komplett Essig mit Zusatzstoff. Und in Anbetracht
eines recht hohen Preises von knappen 65,- DM (30$ Listenpreis)
ist die Kaufentscheidung nicht schnell gefällt.
Andre Schnack