Jeff Taylor (Russell) und seine Frau Amy (Quinlan) reisen
nach San Diego. Ihr Weg führt sie dabei durch die Wüste. Nicht
weiter wild, wenn man nicht gerade eine Panne hat, denn es
schwierig werden in diesem Niemandsland Hilfe zu finden. Doch
plötzlich streikt der Jeep der Taylors. Die letzte Tankstelle
liegt schon weit zurück und weit und breit kein Lebenszeichen.
Doch die beiden haben Glück, ein großer Truck hält und der
Fahrer, Red Barr (Walsh), erkundigt sich nach dem Wohlbefinden
der unfreiwilligen Anhalter. Jeff möchte ungern das recht
neue Fahrzeug in der Wüste zurücklassen und so kommt es, daß
nur Amy mit dem Trucker mitfährt. Sie soll an der nächsten
Raststätte Hilfe holen und dann auf Jeff warten. So weit so
gut. Doch die Hilfe scheint auszubleiben und Jeff steht sich
die Beine neben dem defekten Jeep in den Bauch. Ein erneuter
Blick in die geöffnete Motorhaube offenbart ein paar lose
Kabel, merkwürdig. Er steckt sie wieder zurecht und siehe
da: der Wagen läuft. Rasch fährt der Amateurautomechaniker
die Straße entlang bis zur nächsten Raststätte. Dort wollten
sich Amy und Jeff treffen, doch von der Frau ist nichts zu
sehen. Jeff macht sich Sorgen, er hinterläßt eine Nachricht
und fährt Amy suchen. Dabei kommt ihm der bekannte Truck vor
die Windschutzscheibe, er zwingt ihn zum Anhalten und stellt
den Fahrer zur Rede. Völlig überrascht muß Jeff feststellen,
daß der selbe Mann, der vor keiner Stunde seine Frau mitnahm,
nun alles leugnet und behauptet, Jeff das erste mal in seinem
Leben zu sehen! Was für ein Glück, eine Polizeipatrouille
kommt dem verzweifelten Ehemann gerade Recht, doch auch der
Polizist kann ihn nur trösten und schickt ihn nach dem Durchsuchen
des Trucks zur nächsten Stadt um Anzeige zu erstatten
der vermeintliche Entführer darf wieder Gas geben und Jeff
ist mächtig sauer... von Amy keine Spur. Ab diesem Zeitpunkt
passieren merkwürdige Dinge und Jeff wird klar, daß der Unfall
mit seinem Auto kein Zufall war und das Amy in der Gewalt
von skrupellosen Kidnappern ist.
Die Idee und Geschichte von "Breakdown" ist alt
und unspektakulär. Die Umsetzung und die Schauspieler leisten
aber gute Dienste, kombiniert mit einigen wirklich frischen
und neuen Ideen versetzt der Film den Zuschauer in die Welt
eines verzweifelten und wütenden Ehemannes auf der Suche nach
seiner Frau. Das macht den eher durchschnittlich anmutenden
Film doch sehr sehenswert. Kurt tut das was er am besten kann,
er sorgt für Action, jedoch bietet er in seiner Rolle als
Jeff Taylor sogar etwas Tiefgang. Aber ansonsten bleibt mit
Herrn Russell alles beim Alten, er ist ein Einzelkämpfer,
er alleine gegen die Polizei die ihm nicht glaubt und die
bösen Entführer. "Breakdown" läuft rasche 90 Minuten
und lockt mit viel Action in einer besonderen Atmosphäre:
Wüste. Die langen Straßen und die menschenleeren Gebiete vermitteln
eine gewisse Paranoia und Ungemütlichkeit der Film
lebt sehr davon. Jonathan Mostow legte sich ins Zeug und fing
gekonnte Bilder ein, inszenierte spannende Szenen und rasante
Autohetzjagden (wenn auch nur kurz). Die Musik von Basil Poledouris
(Starship Troopers, Robocop)
untermalt das Geschehen passend.
Oft weise ich Skepsis bei der Betrachtungen deutscher DVDs
auf. In letzter Zeit legte sich das durch überwiegend qualitativ
hochwertige Titel etwas. "Breakdown" zeigt vielen
wie es sein sollte, die Scheibe gehört zur obersten Garde
auf dem deutschen Markt. Das Bild in anamorphen 2.35:1 sieht
atemberaubend aus; die Schärfe stimmt, Farbsättigung ist mehr
als hoch und der Kontrast sehr ausgewogen. Bei der Schärfe
hätte es ab und an etwas mehr sein dürfen, aber kein Grund
zu meckern. Bildstörungen bleiben ebenso wie Artefakte aus
das Geschehen wirkt stets sehr natürlich und äußerst
farbenfroh. Selbst die reichlichen Bonusmaterialien auf der
einseitigen Dual-Layer-Disc weisen eine sehr gute Qualität
auf. Lobenswertes gibt es auch auf dem Sektor des Tons zu
vermelden. Zugunsten eines besseren Bildes wurde wohl auf
mehrere Sprachen verzichtet, so findet man aber die beiden
wichtigsten in Dolby Digital 5.1 auf der Disc, Deutsch und
Englisch. Beide klingen ausgezeichnet, der englische Track
ist eine Spur dynamischer als das deutsche Gegenstück, ansonsten
tun sie sich nicht viel. Sprache, Musik und Geräuschkulisse
sind klar getrennt und deutlich hörbar. Die zahlreichen direktionalen
Effekte wurden klasse abgemischt stets ist die Quelle
der Töne zu lokalisieren. Wahlweise gibt es deutsche Untertitel
zur englischen Sprache.
Die Deluxe Widescreen Edition von "Breakdown" gefällt
auf ganzer Linie. Die Präsentation ist super und der Film
immerhin gut. Kurt Russell war nie ein brillianter Charakterdarsteller,
von seiner Leistung in "Breakdown" war ich aber
angetan. Mit einem guten Kurt "Snake" Russell, einem
actiongeladenen Geschichtsverlauf und einem guten Soundtrack
von Basil Paledouris weiß der Film zu unterhalten. BMG beweist
mit der Disc, daß es auch deutschen Firmen möglich ist, eine
DVD mit viel Zusatzmaterial auf den Markt zu bringen, und
das zu einem sehr fairen Preis von knappen 50,- DM! Für sein
Geld bekommt der Käufer einiges geboten: 10 Trailer (5 Trailer
und 5 TV-Spots), ein wirklich gelungenes animiertes Menü,
Hintergrundinfos, Cast & Crew-Infos, Behind-The-Scenes-Footage,
eine Fotogalerie und Interviews mit den Darstellern, außerdem
Trailer zu anderen Filmen. Das Bonusmaterial hat noch einmal
eine Laufzeit von 45 Minuten. Der Eindruck der DVD ist ausgesprochen
gut, sie sei jedem Thriller-Fan und Russell-Verehrer ans Herz
gelegt. Sehr zu empfehlen.
Andre Schnack