Dänemark im Mittelalter, wir schreiben das Jahr 1218. Der
König des Landes zieht aus in den Krieg, Deutsche aus Schleswig
bedrohen das Königreich. Seinen Sohn Valdemar, Prinz und Thronfolger,
übergibt er an den Bischof einer Stadt im Norden des Landes,
dort scheint er sicher. Valdemar ist damit nicht gerade einverstanden,
er will viel lieber seinem Vater in die Schlacht begleiten
und an seiner Seite kämpfen. Gerade macht sich der König auf
und davon, da entstehen auch schon die ersten Gedanken der
Machtübernahme bei einigen Gierigen! Bischof Eskil will König
werden! Natürlich braucht er dazu Unterstützung, diese findet
er im geheimnisvollen schwarzen Ritter, den alle nur den "Einäugigen"
nennen. Dieser soll helfen die Lehnsherren davon zu überzeugen,
daß die Kriege des Herrschers unnütz und das eine Entmachtung
und ein neuer König besser fürs Land sind. Nur durch
Zufall kommt Valdemar an diese wichtigen Informationen, er
traut seinen Ohren und Augen nicht und will unverzüglich seinen
Vater warnen. Aber auch er braucht für dieses gefährliche
Unterfangen Hilfe, und die findet er in dem armen Küchenjungen
Aske. Zusammen beginnen die beiden Jungen eine gefährliche
Reise und stoßen auf allerlei Gefahren, denn Bischof Eskil,
der Einäugige, sein mysteriöser Adler und seine Gefolgsleute
machen den beiden das Leben schwer...
Bevor die erste Pressemitteilung über diesem Film auf dem
Tisch lag hatte ich noch nichts von ihm gehört. Um so überraschter
war ich nach dem Flimmern des Abspanns. Wie sich oft herausstellt:
nicht nur Hollywood beherrscht das Filmemachen. Herr Flinth
leistete gute Arbeit. Der Film bietet Unterhaltung für die
ganze Familie, er nimmt sich nicht zu ernst und wurde ausgesprochen
gut umgesetzt. Zwar fällt der Mangel der Bevölkerung im Film
etwas negativ auf, doch war das Budget wahrscheinlich auch
nicht so hoch, daß große Massen an Komparsen bereitgestellt
werden konnten. Die Schauspieler leisten gute Dienste, besonders
die Charaktere der beiden sehr unterschiedlichen Jungs wurden
klasse ausgearbeitet. Des weiteren begeistert der Streifen
mit seinen tollen Landschaftsaufnahmen! Das Szenario hat tatsächlich
mittelalterlichen Charakter, die Sets wurden liebevoll gestaltet!
Da es sich hierbei gerade um einen "Familienfilm"
handelt, darf von der Hintergrundgeschichte auch nicht allzuviel
erwartet werden, sie ist einfach aufgebaut, die Thematik bekannt,
die Handlung vorhersehbar. Doch einige gute Elemente und innovative
Ideen machen diese Schnitzer wieder wett und das Ergebnis
läßt sich wirklich sehen.
Der Adler kommt auf einer hochwertigen DVD angeflogen. Das
Geschehen wird im Format 1.85:1 auf den heimischen Fernseher
gebracht, anamorph ist der Transfer aber leider nicht. Dennoch
weist das Bild eine sehr hohe Schärfe und einen hohen Grad
an Detailgenauigkeit auf. Bei Farbkontrast und -sättigung
gibt es ebenfalls nur positives zu verbuchen. Kompressionsartefakte
oder Drop-Outs treten praktisch gar nicht auf. Nicht nur das
Bild der einseitigen Single-Layer-Disc verdient Lob, auch
der Sound hört sich gut an. Zwar bietet die DVD nur eine Tonspur,
deutschen Dolby Surround-Sound, doch wurde diese zumindest
sorgfältig und gekonnt abgemischt. Die Stimmen klingen klar
und deutlich, von keinem Rauschen unterlegt, aus dem Center-Speaker.
Musik und Umgebungsgeräusche dringen aus den restlichen Lautsprechern
ans Ohr des Zuschauers. Direktionale Effekte treten nur gelegentlich
auf und versüßen das Klangbild etwas, für einen 2.0-Track
wird aber einiges geboten. Die reichlich vorhandenen Stereo-Effekte
der vorderen Kanäle sorgen für ein dynamische Soundfeld, die
Lautstärken der verschiedenen Elemente wie Musik, Sprache
und Hintergrundgeräusche sind sehr ausgewogen und benötigen
kein Nachjustieren. Untertitel finden sich nicht auf der Disc.
Der Auftritt der DVD ist sehr gut und der Film unterhält
prima, nur ein paar Zusatzmaterialien in Form von Hintergrundinfos
oder Trailern wären noch wünschenswert. Auf der Disc befindet
sich lediglich der 83 minutenlange Film. Dafür gibt es aber
ein nettes Menü mit einer hübschen, animierten Kapitelauswahl!
Außerdem sind noch DVD-Empfehlungen aus dem EuroVideo-Programm
mit auf der Scheibe. "Das Auge des Adlers" ist freigegeben
ab 6 Jahren und wird der ganzen Familie einen schönen Abend
vor dem Fernseher bescheren. Er erinnert an Streifen wie "Ronja
Räubertochter" oder andere Märchen, jedoch wesentlich
heiterer und mit einem dicken, blumigen Happy-End. Wie viele
EuroVideo-Titel wechselt auch diese DVD für 49,95 DM ihren
Besitzer.
André Schnack