| Das
Attentat auf Richard Nixon
Crime/Drama/Thriller
[Einleitung]
Der Thriller-Titel „Das Attentat auf Richard Nixon“
(Originaltitel: The Assassination of Richard Nixon) entstand
2004 unter der Regie von Niels Mueller, welcher bis dahin
nur einmal im Stuhl des Regisseurs Platz nahm, und zwar 1992
zur TV-Serien-Produktion „Great Scott!“. e-m-s
new media AG bringt uns nun hierzulande die deutschsprachige
Code2-DVD Fassung des Films auf den Markt. In den Hauptrollen
sind neben einem fabelhaften Sean Penn noch Naomi Watts, Don
Cheadle, Jack Thompson, Mykelti Williamson und Michael Wincott
zu sehen. Das Drehbuch entstand nach Federn von Niels Mueller
und Kevin Kennedy. Wir konnten die Disc – Dank der e-m-s
– genauer ansehen und berichten im folgenden.
[Inhalt]
Winter 1974. Sam Bicke (Sean Penn) steht am Rande des Abgrunds.
Seine Ehe ist zerbrochen, sein Bruder hat sich von ihm abgewendet
und auch sein neuer Job macht ihm sehr zu schaffen. Sam hat
den Glauben an Gerechtigkeit vollkommen verloren. Den Sündenbock
sieht er in keinem geringeren als in Präsident Richard
Nixon. Er soll für alles bezahlen. Sam hat einen tödlichen
Plan... und dieser soll in die Geschichte eingehen.
(Quelle: e-m-s new media AG)
[Kommentar]
Die damaligen politischen Probleme werden durch das Leben
der Hauptfigur Sam Bicke auf leichte Art und Weise vermittelt
und somit auch mit praktischen und verständlichen Erklärungen
ausgeliefert. Denn unter bestimmten Stichworten, die damals
zum Teil bei Nennung schon für Tumulte sorgten, kann
der heutige Zuschauer nicht unbedingt etwas anfangen. Die
Interpretationsfreiheit nimmt „Das Attentat auf Richard
Nixon“ nicht aus dem Film und der Geschichte, und das
ist auch gut so. Jedoch liefert die Story einige passende
Punkte, welche die Umstände und den Frust des Hauptcharakters
deutlich verständlicher erscheinen lassen. Dabei geht
es allen voran um gefühlte Ungerechtigkeit, scheinbar
kanalisiert an eine bestimmte Person: Sam Bicke. Warum Ungerechtigkeit?
Größtenteils zurückzuführen auf zahlreiche
persönliche Fehlschläge und weniger erfolgreiche
Entwicklungen im Leben von Sam. Und daran ist natürlich
die Politik schuld.
Der Film
will diese eher oberflächig gehaltene Aussage weder stützen,
noch entkräften. Es geht dem Werk eher darum, ein plastisches
Portrait eines gewöhnlichen Mannes zu zeichnen, welches
tief in Gefühlszustände von Resignation und Frust
blicken lässt. Sam sucht Erklärungen für seine
Fehler vor allem bei den anderen, was ihm das normale Leben
ohnehin schon erschwert. Sean Penn spielt diese Figur ganz
außergewöhnlich gut. Er „ist“ Sam Bicke
und überzeugt mit seinem darstellerischen Können
auf der ganzen Linie. Die Figur ist dabei keineswegs ausgedacht,
sondern orientiert sich mehr oder weniger direkt an einer
Person namens Sam Byck, der tatsächlich Pläne zur
Ermordung des damaligen Präsidenten, Richard Nixon, schmiedete.
Zu diesem Attentat kam es nicht, und „Das Attentat auf
Richard Nixon“ zeigt uns auf spannende und unterhaltsame
Art und Weise, wie ein Prinzipienreiter mit überentwickeltem
Gerechtigkeitssinn keinen anderen Ausweg sieht als ein geplantes
Attentat.
Niels
Mueller schuf einen nahezu erstklassigen Film über einen
Schlag an Menschen und über das oftmals aufkeimende Gefühl
eines jeden, wenn es um gefühlt falsche Behandlungen
oder gar offensichtliche Ungerechtigkeiten geht und einem
persönlich Dinge verwehrt bleiben. In diesem Fall will
Sam Bicke den amerikanischen Traum leben, bleibt jedoch letztlich
aufgrund seiner eigenen Leistungen im Zusammenspiel mit der
Bürokratie wirtschaftlich sowie persönlich auf der
Strecke. Unterstrichen durch einen gelungenen Music-Score
zeichnet der Bild ein plastisches Portrait nach einem Drehbuch
von Regisseur Niels Mueller und Autor Kevin Kennedy. Ein wenig
Humor gibt es obendrein. Zwar nicht im Stile eines „U-Turn“,
in dem Sean Penn einen glücklosen Glücksritter und
Gauner spielt, jedoch unterhaltsamer Natur.
[Technik]
„Das Attentat auf Richard Nixon“ erscheint mittels
eines anamorphen Breitbild-Transfers im Ratio 1.85:1 und hält
sich dabei an ein gutes Qualitäts-Niveau. Von Beginn
an gefallen die Farben und der Sättigungsgrad mündet
in einem nahezu makellosen Kontrast. Oftmals kommen Brauntöne
im Geschehen vor und dennoch entsteht eine angenehme und weitgehend
harmonische Stimmung. Durch den Kontrast und die saubere Grundierung,
einem satten Schwarzton, wird eine dreidimensionale Wirkung
erzielt. Ein hoher Schärfegrad umsorgt den Betrachter
mit zahlreichen Bilddetails, so wie es sein soll. Lediglich
ein leichtes Rauschen im Untergrund trübt den Sehspaß
minimal, ansonsten haben wir es mit einem überwiegend
sehr sauberen und fehlerfreien Geschehen zu tun. Letztlich
können wir dem Transfer unser Lob aussprechen, denn er
befindet sich auf der Höhe der Zeit für einen Film
aus 2004.
Ton gibt
es im Dolby Digital 5.1-Format wahlweise in den Sprachfassungen
Deutsch und Englisch. Der Mehrkanalton weist einen recht angenehmen
Ton auf, ohne sich dabei weder besonderes Lob, noch großartige
Kritik einzufangen. „Das Attentat auf Richard Nixon“
ist mit Sicherheit kein groß angelegtes Kino-Spektakel
unter gigantischen Effekten-Ausbrüchen – so wurde
der Film nicht angelegt und entsprechende Akustik gibt es
auch nicht. Was es jedoch gibt: eine ausreichend vielseitige
und räumlich erklingende tonale Leistung, die dem Thema
und dem Film an sich gerecht wird. Warum? Weil die Soundtracks
eine verständliche Sprachausgabe, eine stimmungsvolle
musikalische Begleitung und einige Hintergrundgeräusche
zum Besten geben. Untertitel sind leider nicht vorhanden,
schade.
[Fazit]
e-m-s new media AG präsentiert uns mit dem DVD-Titel
„Das Attentat auf Richard Nixon“ eine aus technischer
Sicht gelungene und gute Disc. Auf einer Laufzeit von rund
91 Minuten gestaltete Regisseur Niels Mueller einen spannenden
und lebensnahen Thriller mit einer sehr guten schauspielerischen
Leistung durch Hauptdarsteller Sean Penn. Abgelegt wurde der
ganze Spaß auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD
Typ 9). „Das Attentat auf Richard Nixon“ weist
eine Altersfreigabe ab 12 Jahren auf und erscheint am 31.
August zu einem Preis um die 10,- Euro. Per Menü gestaltet
sich einfacher Zugriff auf die folgenden Bonusmaterialien:
- Behind
the Scenes-Dokumentation
- Audiokommentar
von Regisseur Niels Mueller
- Deleted
Scenes (mit Audiokommentar)
- US
Originaltrailer & Deutscher Originaltrailer
- Bildergalerie
Technisch
und inhaltlich ist dieses filmerische Kleinod jeden Euro-Cent
wert. Wir freuen uns über diese DVD. Über das Bonusmaterial
konnten wir aufgrund der uns vorliegenden Rezensions-DVD für
die Presse kein Bild machen, da es sich nicht auf dem Datenträger
befand. Vom Volumen und den Bezeichnungen her sind wir jedoch
frohen Mutes, dass es sich um brauchbare Zusatzinformationen
handelt. Wer einen guten Film mag und die darstellerischen
Leistungen von Sean Penn schätzt, der sollte zugreifen.
Andre
Schnack
07.08.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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