Mevlin Udall (Nicholson) ist ein richtiges Ekelpaket. Er
ist ein Einzelgänger, Kontakte mit anderen Menschen pflegt
er höchst ungern. Und wenn er schon einmal seine Wohnung verläßt,
dann nur um seine tägliche Mahlzeit in einem naheliegenden
Lokal einzunehmen oder um seinen Psychiater zu besuchen. Er
ist Autor von zahlreichen Love-Story-Taschenbüchern
er verdient gutes Geld mit diesen Groschenromanen. Änderungen
in seinem Tagesablauf und unvorhersehbare Ereignisse sind
für Melvin das reinste Chaos, zudem ist er stark abergläubisch:
kommt er nach Hause, so dreht er den Türgriff fünfmal auf
und zu, er wäscht sich mit einem Stück Seife nur einmal die
Hände und tritt niemals über Fugen zwischen Platten und Fliesen
auf der Straße. Carol Connelly (Hunt) ist eine alleinerziehende
Mutter eines kranken kleinen Jungen. Sie hat keinen guten
Job, sie kellnert nämlich und serviert Melvin tagtäglich sein
Mittagessen. Wenn sie Feierabend hat, hält sie sich meist
Zuhause auf, dort lebt sie mit ihrer Mutter und ihrem Sohn,
wenn sie nicht gerade auf dem Weg zur Notaufnahme ist. Simon
Bishop (Kinnear) ist freischaffender Künstler, in seinem riesigen
Appartement befindet sich sein Studio, er ist absolut vernarrt
in seinen Hund und außerdem schwul. Somit hat er es auch nicht
gerade immer einfach mit seinem Nachbarn, Melvin. Eines Tages
beraubt ihn sein aktuelles Model (natürlich ein junge Mann)
mit einigen Kollegen und schlägt ihn brutal zusammen. Da Simon
keine Versicherung hat und mit seinem Aussehen nach dem Zwischenfall
alles andere als zufrieden ist, kostet die Genesung sehr viel
Geld. Schon bald steht er am Rande des Ruins. Sein Freund
Frank Sachs (Gooding Jr.) fragt Melvin, ob sich dieser bereit
erklärt Simon zu seinen Eltern zu fahren, damit er sie um
finanzielle Hilfe bitten kann. Melvin stimmt zögerlich zu
und lädt Carol zum Mitkommen ein. Eine sehr interessanter
Ausflug zu dritt steht dem so unterschiedlichen Trio bevor...
Gefühlvoller Film mit der mit verschiedenen Charakteren und
deren sehr unterschiedlichen Schicksalen besticht, humorvoll
umgesetzt und liebevoll inszeniert. Die Schauspieler erwecken
die Figuren sehr überzeugend zum Leben und brillierten in
ihren Rollen so gut, daß die Leistungen mit einem Oscar für
die beste männliche Hauptrolle an Nicholson und für die beste
weibliche Hauptrolle an Hunt belohnt wurde verdient.
Nicholson verkörpert das wortgewandte Ekelpaket packend realistisch,
gleiches gilt für Hunt als menschenliebende und sehr freundliche
Carol. Ein sehr anspruchsvoller Film, bei dem die Filmemacher
aus allen Vollen schöpften und Tragik mit Komik geglückt kombinierten.
Trotz einer recht geringen Bitrate mit einem Durchschnitt
von 3,0 gefällt das Bild sehr gut. Störungen und Bildrauschen
sind praktisch nicht vorhanden, lediglich die Bildschärfe
hätte genauer ausfallen dürfen. Die Kontraste sind in Ordnung,
Schatten und Licht werfen keine zweite Kontur nichts
was es anzuprangern gibt, ein rundum sehr gutes, natürliches
Bild. Auf der zweiseitigen Single-Layer-Disc befindet sich
eine anamorphische 1.85:1 und eine Pan&Scan-Version des
Films. Auch der Sound besticht durch hohe Qualität. Direktionale
Effekte und exzessive Nutzung der Surroundlautsprecher bleiben
aus, der Großteil an Akustik dringt aus den vorderen Boxen,
schade. Dennoch wurde hierbei gute Arbeit geleistet. Die Sprache,
eines der Hauptaugenmerke des Films, erklingt klar und deutlich
aus dem Center. Sprachausgabe gibt es nicht nur in englischen
5.1 und 2.0, sondern auch in französischen Dolby Digital 2.0.
Untertitel sind in den Sprachen Englisch, Französisch und
Spanisch an Bord der DVD.
Einen guten Film in einer qualitativen DVD-Umsetzung, angesiedelt
im oberen Mittelmaß, beschert uns Columbia/Tristar mit "As
Good As It Gets". Einen leicht negativen Schatten über
die Scheibe wirft die geringe Ausstattung, denn außer einem
Audio-Kommentar mit dem Regisseur und den drei Hauptdarstellern
finden wir leider nichts auf dem Silberling. Der Film läuft
139 Minuten und kostet ca. 65,- DM (Listenpreis 30$). Gepflegte
Unterhaltung mit spritzig, intelligenten Dialogen und viel
Humor.
Andre Schnack