[Inhalt]
Nicht allzu ferne Zukunft, das Weltall: ein Minenschiff,
die Crew befindet sich im cryogenen Schlaf, saust lautlos
durch die Weiten des Weltalls auf dem Weg zur Erde, scheinbar.
Mutter, so wird der Bordcomputer genannt, überwacht alle Systeme
und weckt die Besatzung auf. Am Frühstückstisch besprechen
die Mitglieder der Mannschaft ihren Kurs, denn der führt sie
momentan nicht zur Erde. Mutter änderte den Kurs, die Änderung
erfolgte auf ein SOS-Signal von einem fremden Planeten. Und
so werden die Minenarbeiter zu einem Erkundungsteam, denn
die oberste Direktive lautet: wurde ein Zeichen für organisches
Leben geortet, so muß dem nachgegangen werden. So nimmt die
Nostromo und ihre Mannschaft Kurs auf den Planeten von dem
das Signal kommt. Nach einer komplizierten Landung des Shuttles,
verlassen einige das Schiff um die Umgebung zu erkunden. Dabei
triff die Gruppe auf einen Flugkörper, der definitiv nicht
menschlichen Ursprungs ist. In der ohnehin schon lebensfeindlichen
Umgebung betreten die Erkunder das Schiff wie sich
bald herausstellen wird, war das ein Fehler. Drinnen scheint
vorerst alles abgestorben, aber im gigantischen Rumpf des
Schiffs lagern Unmengen an Kokons, scheinbar lebt etwas in
diesen Eiern. Als Kane (Hurt) eines genauer betrachtet, öffnet
sich dieses plötzlich und ein kleines Wesen springt durch
seinen Helm und setzt sich auf sein Gesicht. Später in der
Krankenstation gelingt das Entfernen leider nicht. Aber nur
kurze Zeit später läßt es von alleine von Kane ab und stirbt,
Arzt Ash (Holm) und die Crew sind ratlos. Kane scheint es
wieder gut zu gehen. Als er aber dann beim Essen auf einmal
keinen Bissen mehr herunter bekommt, Blut spuckt und seine
Bauchdecke platzt, offenbart sich den perplexen Mitgliedern
um den Tisch grauenhaftes: ein sonderbares Wesen kommt aus
Kanes Brustkorb und flüchtet! Die sechs verbliebenen
Mannschaftsmitglieder organisieren eine Suche, Ripley (Weaver)
und Kapitän Dallas (Skerritt) vermuten das Schlimmste. Und
da haben sie nicht unrecht, denn das Wesen wächst, ist extrem
gefährlich und es macht Jagd auf die anderen Menschen!
[Kommentar]
"Alien" ist Horror, Science-fiction und Thriller
prima gemischt. Selten erlebte ich einen solch spannenden
Film. Dabei kommt er ohne viel Ekel und überflüssige Gewalt
aus, daß Alien selbst ist dafür das personifizierte Böse!
Gekonnt setzte Regisseur Ridley Scott Licht und Schatten ein,
er hüllte das fiese Ungetüm immer in unbehaglichen Schatten,
die Auftritte des Biests sind einfach perfekt. Der Film beginnt
noch sehr ruhig, spitzt sich dann aber zu, Langeweile kommt
nie auf und die 116 Minuten des Films vergehen wie im Flug,
da bleibt kaum Zeit zum Luft holen. Das Alien hat einfach
Klasse, zwar hat es sehr humanoide Züge, hat einen Kopf, Torso,
Beine und Arme, unterscheidet sich dennoch sehr von unserer
Art. Es ist absolut tödlich, wie ein Raubtier sucht und jagt
es seine Opfer, trotzdem ist es überaus intelligent. Aber
es ist doch nicht nur das Alien, welches vom Künstler H. R.
Giger entwickelt wurde, sondern auch die Aufenthaltsorte der
armen Teufel die dem Alien ausgeliefert sind. Der Schwenk
durch das "tote" Raumschiff am Anfang des Film,
als sich noch alle im Schlaf befinden, präsentiert uns schon
die Technik der Zukunft auf eine skeptische Weise, daß Raumschiff
wirkt menschenleer, kühl und sehr unbehaglich. Als die Mannschaft
ihren Spaziergang durch das fremde Schiff beginnt, macht sich
die feindselige Atmosphäre erst richtig breit, unterstützt
durch die Planetenoberfläche, Schnee, Wind und felsiges, steiniges
Gelände so weit das Auge reicht. Im weiteren Verlauf des Films
wird dann auch noch das, zwar ungemütliche, aber sonst sichere
Raumschiff alles andere als sicher. Die Sets gefallen sehr
gut, Elemente wie eine gesunde Dunkelheit und Regen setz Regisseur
Scott 82 auch in "Blade Runner" ein. Zwar
ist die Technik nicht die beste und man merkt dem Film seine
20 Jahre an, dennoch eine brilliante Leistung. "Alien"
schockt, fesselt und beißt, läßt nicht los bis zum
bitteren Ende.
[Technik]
Zur Qualität der DVD kann viel gesagt werden, überwiegend
nur positives. Ich hatte nicht das Vergnügen den Film während
der Aufführung im Kino bewundern zu können, damals konnte
ich noch nicht einmal gehen. Und genau so geht es wohl vielen,
wir sind die "Nach-Generation" von "Alien"
oder auch "Star Wars". Um so gespannter war ich
auf das Bild der Scheibe und Fox sprengte meine Erwartungen
bei weitem. SO habe ich "Alien" noch nie gesehen,
der Film sieht aus wie neu, ehrlich, der Transfer ist tadellos.
Endlich spendierte Fox einer DVD auch mal ein anamorphes Bild,
ein grandioses Bild dazu. Unglaublich wieviel Schärfe und
Detailreichtum der Transfer besitzt, auch die Politur an den
Farben hüllt den recht alten Film in ein völlig neues Gewand.
Die Sättigung ist sehr gut und die Kontraste fein abgestimmt.
Fox beweist damit, daß es möglich ist einen alten Film neu
aussehen zu lassen und gleichzeitig beweisen sie auch, daß
sie sehr hochwertige DVDs herstellen können, wenn sie
wollen. Oft ist der Sound ein Problem bei alten Filmen, so
auch leider hier. Der neue Dolby Digital 5.1 Soundtrack macht
echt etwas her, weist aber auch Schattenseiten auf. Die liegen
bei den Dialogen, oft sind sie mangels Volumen nicht ohne
erhöhen der Lautstärke klar zu hören, dann aber plötzlich
sehr klar und an den Rest angepaßt. Man merkt der Spur die
Nachbearbeitung an, trotzdem ist sie überdurchschnittlich
und unterhält prächtig. Mit direktionalen Effekten wird der
Zuschauer auch versorgt, zwar im ganzen nicht so häufig und
dynamisch wie in moderneren Filmen, aber das versteht sich
von selbst. Zusätzlich befindet sich noch ein englischer und
französischer Dolby Digital 2.0 Track auf der Disc. Untertitel
sind auf Spanisch und Englisch vertreten.
[Fazit]
Ridley Scotts "Alien" hat viele Qualitäten.
Durch die geringe Anzahl an Akteuren freundet man sich schnell
mit den verschiedenen Charakteren an und mißt sie, nach ihrem
unfreiwilligen Ableben um so mehr. Und langsam aber sicher
dezimiert H.R. Gigers Monster die ganze Crew der Nostromo
schade. Mit guten Schauspielern, tollen Special Effects
und einer packenden Handlung fasziniert Foxs "Alien"
Special Edition auf Anhieb. Neben dem Film gehört zu einer
Special Edition natürlich noch etwas mehr, und hier wurde
aus dem "etwas" sogar "reichlich". Präsentiert
werden folgende Bonusmaterialien in einem extrem hübsch animierten
Menü: ein Audio-Kommentar mit Ridley Scott gehört neben 12
Deleted Scenes, Trailer aller Alien-Filme, Cast & Crew-Infos,
Fotos, Storyboards genauso zum Umfang wie ein gesonderter
Music-Track, Web-Links und ein netter Bildschirmschoner für
den heimischen PC. Für die einseitige Dual-Layer-Disc müssen
knappe 30$ berappt werden, die ganze Legacy-Box kostet ungefähr
110$, in Deutschland bezahlt man an die 200,- DM für die Schachtel
mit allen vier Filmen. In den Genuß der fünften DVD kommen
aber leider nur Amerikaner und Kanadier. Trotzdem ein dickes
Lob an Fox, wer diese (THX-zertifizierte) DVD nicht kauft,
der ist selber Schuld! Sehr zu empfehlen.
Andre Schnack